Verena von Mutius-Bartholy, Fraktionsvorsitzende

20.04.2021

Chancen und Spielräume in den Stadtteilen eröffnen! GRÜNE und CSU setzen sich für “Offene Pausenhöfe“ und “Bildungsmittelpunkte” ein

 

Wichtige Weichen für mehr Bildungsgerechtigkeit und Teilhabe sollen in der heutigen gemeinsamen Sitzung von Bildungs- und Jugendhilfeausschuss gestellt werden. “Offene Pausenhöfe” und “Bildungsmittelpunkte” schaffen Raum für Begegnungen und sind Anknüpfungspunkte für vielfältige Bildungsinitiativen in den Stadtteilen. Beide Konzepte zielen darauf ab, den Augsburger Bürger*innen dezentrale Entfaltungsräume und Anlaufstellen anzubieten.

Das Konzept der “Offenen Pausenhöfe” richtet sich dabei an Kinder und Jugendliche, denen in der Großstadt oft zu wenig Platz für die Erfüllung ihrer Bedürfnisse zur Verfügung steht. Eine naheliegende Lösung, die bereits erfolgreich ohne nennenswerte Konflikte praktiziert wird und nun weiter ausgebaut werden soll, besteht darin, außerhalb der Unterrichtszeit Schulhofflächen für alle Kinder und Jugendlichen des Quartiers zu öffnen. Ergänzt durch ein gutes pädagogisches Konzept, das Freizeitgestaltung sowie niederschwellige Beratungsangebote umfasst, können Bildungsbiografien hier positiv beeinflusst werden. Während sich dieses Angebot gezielt an junge Menschen richtet, sind sogenannte “Bildungsmittelpunkte” offen für alle Menschen in den jeweiligen Stadtvierteln - unabhängig von Alter und Lebenslage. Nach dem Vorbild der BildungsLokale in München sollen sie inklusive Orte sein und wie die “Offenen Pausenhöfe” aktiv dazu beitragen, Bildungschancen zu verbessern. Die vielfältigen Bildungsangebote können ohne Anmeldung kostenfrei besucht werden, Nachbarschaftsinitiativen und Bildungsnetzwerke werden gezielt gefördert. Zudem sollen bestehende Initiativen vernetzt und professionell unterstützt werden. Die ersten “Bildungsmittelpunkte” entstehen in der Innenstadt, in Oberhausen und in Lechhausen.

“Sowohl ‘Offene Pausenhöfe’ als auch ‘Bildungsmittelpunkte’ eröffnen wertvolle Gestaltungsspielräume”, betont Verena von Mutius-Bartholy, Fraktionsvorsitzende der Grünen Stadtratsfraktion. “Mit diesen Angeboten bringen wir Menschen in den Stadtteilen zusammen. Aus Begegnungen entstehen Ideen und daraus erwachsen wieder neue Initiativen. Wir möchten mit diesen Angeboten eine Infrastruktur schaffen, die nicht nur auf Problemlagen reagiert, sondern proaktiv Partizipation und Eigeninitiative unterstützt und bunte, lebendige Stadtviertel fördert.”

Beide Ansätze sollen auch dazu beitragen “soziale Schieflagen” zu korrigieren. Leo Dietz, Vorsitzender der CSU-Fraktion, mit Blick auf “Offene Pausenhöfe”: “Junge Menschen müssen momentan wegen der Pandemie einige schmerzhafte Entbehrungen in Kauf nehmen. Viele Kinder und Jugendliche leben in beengten Verhältnissen - da spitzt sich die Lage auch mal zu. Mit dem Konzept der ‚Offenen Pausenhöfe‘ können wir adäquate Ausweichmöglichkeiten schaffen, destruktiven Entwicklungen aktiv begegnen und Familien entlasten. Augsburg hat allein 70 kommunale und staatliche Schulen – sechs Schulen haben ihre Spiel-und Sportflächen bisher geöffnet. Hier ist also ein riesengroßes Potenzial vorhanden!”

Marie Rechthaler, bildungspolitische Sprecherin der Grünen Stadtratsfraktion, unterstreicht die Bedeutung der “Bildungsmittelpunkte” für eine diverse Stadtgesellschaft: “Diverse und heterogene Bildungslandschaften sind für uns GRÜNE eine Herzensangelegenheit. Wir sind überzeugt, dass alle profitieren, wenn sich die Vielfalt der Stadtgesellschaft auch in der Bildungspraxis niederschlägt und als Bereicherung verstanden wird. Für die geplanten Bildungsmittelpunkte in Augsburg ist diese Haltung wegweisend. Wir sehen hier zudem die Möglichkeit, antidemokratischen Tendenzen gezielt entgegenzuwirken und solidarische Stadtgesellschaften zu fördern.“

Ruth Hintersberger, CSU-Sprecherin im Ausschuss für Bildung und Migration, ergänzt: “Um das gesamte Potenzial der Bildungsmittelpunkte auszuschöpfen, werden Angebote für verschiedene Zielgruppen passgenau auf den Bedarf im Quartier abgestimmt. Dabei werden im Vorfeld gezielt die jeweils relevanten Sozialdaten analysiert und lokale Initiativen für bildungsbezogene Stadtteilarbeit miteinbezogen. Wir wollen alle mitnehmen, denn eine zukunftsfähige Entwicklung kann ohne gute Bildung nicht gelingen!“

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