Die Grüne Stadtratsfraktion hat angesichts der hohen Zahl an Toten und Verletzten im Augsburger Straßenverkehr im vergangenen Jahr einen Antrag auf Umsetzung der Vision Zero gestellt (gruene-augsburg.de/fraktion00/antraege1/antraege-detail/article/vision_zero_keine_toten_und_verletzten_im_strassenverkehr/). Stephanie Schuhknecht, stellv. Fraktionsvorsitzende: „In Augsburg kamen 2017 sieben Menschen im Straßenverkehr ums Leben und damit fast doppelt so viele wie in München. Sechs dieser sieben Toten waren‚ ungeschützte Verkehrsteilnehmer*innen, also Radfahrer*innen und Fußgänger*innen. Auch die Zahl der Unfälle mit Fahrrädern und die Zahl der Verletzten steigen seit 2008 kontinuierlich. Wir fordern daher, dass sich die Stadt der so genannten Vision Zero verpflichtet, also dem Ziel: keine Toten und Schwerverletzten im Straßenverkehr. Die Fahrradstadt und die entsprechenden Infrastrukturmaßnahmen haben viel in Bewegung gebracht in den letzten Jahren, dabei scheint aber zumindest in Teilen der Sicherheitsaspekt im Bezug auf das gesamte Radverkehrsnetz zu kurz gekommen zu sein. Steigende Opferzahlen sind ein verheerendes Signal an die Radfahrerinnen und Radfahrer in unserer Stadt. Wir brauchen daher dringend den ganzheitlichen Ansatz der Vision Zero, der sich nicht nur auf die Infrastruktur beschränkt. Das wäre ein wichtiges Zeichen für mehr Aufmerksamkeit auf die Verkehrssicherheit.“

 

Andere Städte, seit kurzem auch München, haben sich die Vision Zero zu eigen gemacht und konkrete Maßnahmen eingeleitet. Cemal Bozoğlu, verkehrspolitischer Sprecher: „Basis der Vision Zero ist es, sich einzugestehen, dass Menschen Fehler machen im Straßenverkehr und dass deshalb die Infrastruktur so gestaltet werden muss, dass diese Fehler keine oder zumindest nur geringe Folgen haben. Oberste Priorität hat das Leben der Verkehrsteilnehmer*innen und es ist nicht verhandelbar. Zu einer konsequenten Verkehrssicherheitsarbeit gehören neben der Arbeit der Unfallkommissionen auch Sicherheitsaudits bei Neuplanungen, ebenso aber auch im Bestand. Es müssen die Dinge erkannt werden, die bei kleinen Fehlern des Verkehrsteilnehmers große Folgen für ihn und alle anderen haben können. Auch bei neu gebauten Anlagen kann im Nachhinein festgestellt werden, dass die Verkehrssicherheit bei der Planung nicht ausreichend berücksichtigt wurde. Zu sehen ist so etwas zum Beispiel auf der Ost-West-Achse bei der Ludwigspassage. Dort wurde der Radweg an der Ampel nicht auf Straßenniveau abgesenkt, was dazu führt, dass Fußgänger*innen auf dem Radweg stehen und dort auf Grün warten und den Radweg blockieren. Eine gefährliche Situation, die schon bei der Planung vermeidbar gewesen wäre. Mehr Verkehrssicherheit im gesamten Stadtgebiet ist eine langwierige und ambitionierte Aufgabe. Wir brauchen nun aber dringend das Signal und konkrete Maßnahmen, die zeigen, dass das eine Priorität der Stadt ist.“

Stefan Kaindl schrieb am Donnerstag, 30.08.18. 16:19:
Warum keinen flächendeckenden “Shared-Space” Ansatz wie in den Niederlanden? Damit ließe sich die Infrastruktur vereinfachen, Kosten sparen und Leben retten. Zusammen mit der Einsicht, dass der PKW Verkehr in der Stadt in den allermeisten Fällen unnötig ist und sich auf Anwohner und Lieferdienste beschränken sollte würde dies das Stadtleben sehr bereichern.
Aber das wissen wir alle längst. Nur können wir uns eine Stadt ohne unser geliebtes Auto leider nicht vorstellen.
Deshalb plädiere ich für ausgedehnte Modellversuche und Veranstaltungen (z.B. Autofreie Woche”) um ein neues Verständnis von Stadt & Verkehr für alle erlebbar zu machen.

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