Benachteiligten zur Würde verhelfen

03.05.11 von Dieter Ferdinand

„Armes Augsburg", so titelte die Augsburger Allgemeine Zeitung vor etwa zwei Jahren. Tatsächlich ist Augsburg die Stadt mit dem höchsten Armutsrisiko in Bayern. Armut bedeutet in erster Linie, dass zu wenig Geld für das tägliche Leben vorhanden ist. Arm sind aber auch die Menschen, die nicht genügend Mittel haben, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, hin und wieder ins Kino zu gehen, das Theater zu besuchen, die öffentlichen Verkehrsmittel zu zahlen und Ähnliches mehr.

Aus dem Augsburger Armutsbericht 2009 geht hervor, dass in Augsburg etwa 2.000 Kinder leben, die auf Grund der wirtschaftlichen Situation ihrer Eltern benachteiligt sind. Auch die Altersarmut hat zugenommen. Zu den Benachteiligten zählen auch die Empfänger sozialer Leistungen. Die Augsburger Armutskonferenz macht verschiedene Vorschläge, wie diese Armut gemildert werden kann. Sie weist in ihrem Bericht von 2009 darauf hin, dass im Rahmen des Projekts Kinderchancen die Stadt freiwillig seit 2005 Beiträge für Ferienprogramme, Sportvereine, kulturelle Veranstaltungen etc. übernommen hat. Inzwischen können über das Bildungs- und Teilhabepaket bis zu 8.000 Anträge auf Hilfen für Kinder gestellt werden. Das Projekt Kinderchancen hat Sozialreferent Max Weinkamm wie andere von der Regenbogenregierung begonnene Projekte – z.B. die Stadtteilmütter, das Sorgentelefon, die Armutsprävention und die Sozialpaten – weitergeführt. Bisher hat er aber wenig eigene Vorstellungen zur Sozialpolitik erkennen lassen.

Die Armutskonferenz wie auch die Stadtratsfraktion Bündnis 90 / DIE GRÜNEN stellen noch weitere Forderungen. An erster Stelle steht der Vorschlag, einen Augsburgpass (Sozialcard) und ein Sozialticket oder Mobilitätsticket einzuführen. Viele Städte, auch Nürnberg und München, haben diese Maßnahmen zur Verringerung der Benachteiligung schon eingeführt. „Wünschenswert wären Vergünstigungen in städtischen Einrichtungen wie Bäder, Theater, Museen, Ausstellungen und Bibliotheken." (aus dem Armutsbericht 2009) Diese Forderung wird von der Sozialverwaltung zurückgewiesen und damit blockiert. In einer Sozialausschuss-Sitzung am 1. Juli 2009 wurde ein Diplomand beauftragt, eine Studie „Fördern und Fordern" zu erarbeiten. Damit wurde eine Entscheidung weit in die Zukunft verschoben, darum stimmten die Grünen dagegen. Ebenfalls blockiert wird die Forderung, ein Sozialticket für den Öffentlichen Nahverkehr einzuführen. Die Stadtwerke wollen dafür von der Stadt Geld erhalten. Das ist keine berechtigte Forderung, da Menschen mit wenig Mitteln den ÖPNV gar nicht nutzen. Die Stadtwerke würden also durch das Sozialticket zusätzliche Einnahmen erreichen, wenn auch nicht in der Höhe wie bei den anderen Fahrgästen. Mit dieser Maßnahme würde auch das Schwarzfahren aus Not vermieden.

Die Sozialpolitik der Stadt muss in erster Linie die Situation der Armen verbessern. Das Gegenteil ist häufig der Fall. So wurde das zentrale Jobcenter in Kriegshaber eingerichtet, statt die dezentralen Anlaufstellen aufrecht zu erhalten. Das ist eine Schikane, an der auch Sozialreferent Weinkamm und die SPD mitgewirkt haben. Noch immer sind nicht alle Haltestellen und Einrichtungen barrierefrei zugänglich. Die Sanierung des Schenkstifts und die Errichtung des Projekts „Wohnen für alle am ehemaligen Römertor" in der Heilig-Kreuz-Straße führen dazu, dass die künftigen Mieter 10 bzw. 12 Euro Miete pro Quadratmeter zahlen müssen. Wer kann sich das leisten? Jedenfalls ist dies keine soziale Maßnahme. Die Obdachlosigkeit muss weiter abgebaut werden, und AsylbewerberInnen brauchen menschenwürdige Unterkünfte.

Die Stadtratsfraktion Bündnis 90 / DIE GRÜNEN setzt sich dafür ein, dass Behinderte, Arme, Kranke und Senioren einen wesentlich größeren Stellenwert in der Sozialpolitik erhalten. Denn eine Stadt ist nur dann sozial, wenn die Würde des Menschen im weitesten Sinne an erster Stelle steht.

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Treffen des Arbeitskreis Sport

Wir laden Euch herzlich zu unserem AK Sport Meeting am Mittwoch, 30.11.2022 um 19:00 Uhr ein.

Dieses Mal werden wir ein neues Sprecher*innen Team wählen. Wir freuen uns über viele Bewerbungen.

Nachdem der nächste AK Sport während der WM in Katar stattfindet, wird Serdar Akin die Aktion „Augsburg statt Katar“ vorstellen. Im Anschluss werden wir noch über Sport und Menschenrechte debattieren.

Wir treffen uns im Grünen Büro.

Wir freuen uns auf eure Teilnahme!

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GRÜNER Aktionskreis Vielfalt - gegen Rassismus und Rechtsextremismus

Der GRÜNE Aktionskreis Vielfalt – Gegen Rassismus und Rechtsextremismus setzt sich für eine weltoffene, bunte und solidarische Stadt sowie die Teilhabe aller ein. Die Devise lautet: Vielfalt ist unsere Stärke! Lust bekommen mitzumachen? Komm gerne vorbei! Wir treffen uns einmal monatlich.

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B.) Quo Vadis Iran? Eine iranischstämmige Aktivistin informiert uns über die aktuellen Entwicklungen.
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Ortsverband Kriegshaber/Bärenkeller: Jahreshauptversammlung

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Am Freitag, 02. Dezember 2022 laden wir Euch deshalb zu unserer Jahresversammlung mit Vorstandswahlen und gemütlichem Jahresausklang von 19:00 Uhr bis 21:00 Uhr in den Bayerischen Löwen in der Ulmer Straße 30 im Nebenraum ein.

Neben dem Jahresabschluss, bei dem wir noch einmal die Aktivitäten des Ortsverbandes Revue passieren lassen, möchten wir Euch eine Idee näherbringen, die im Laufe der Zeit gewachsen ist.

Oberhausen hat im Stadtteil einige Grüne Mitglieder, die sich gerne auch in einem OV engagieren möchten und die sich uns anschließen möchten.

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Wir laden gemeinsam mit der FDP Augsburg zu unserer Podiumsdiskussion im Rahmen des Bündnisses "Augsburg statt Katar" ein. Haben sportliche Großereginisse wirklich nichts mit Politik zu tun? Was kann der Fußball für Frieden, Gleichberechtigung und Menschenrechte leisten?

Diese Fragen werden Tina Winklmann, unsere sportpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion , Gyde Jensen, stellvertretende Vorsitzende der FDP Bundestagsfraktion, Verena Sommerfeld, Jury-Mitglied beim Fußball- Bildungspreis "Lernanstoß" und Luis Engelhard, Leiter des Präventionsprojekts "Zusammen1" diskutieren.

Die Podiumsdiskussion findet am 08. Dezember um 18:30 Uhr in der Feuerwehrerlebniswelt (Provinostraße 52 Wichtig: Zufahrt über, Hanreiweg, 86153 Augsburg) statt.

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Treffen des Arbeitskreises Mobilität

Du willst dich aktiv für dein Herzensthema Mobilität einbringen? Dann schau vorbei beim nächsten Treffen des AK Mobilität! Alle sind herzlich willkommen.

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Warm anziehen in der Krise? - Wärmewende in Augsburg gestalten!

Die Grüne Stadtratsfraktion lädt alle Interessierten herzlich zur Veranstaltung mit Podiumsdiskussion zum Thema Wärmewende ein. Diese findet am 15. Dezember um 19.00 Uhr im Forum der Stadtbücherei Augsburg statt. Der Fokus liegt auf den Herausforderungen der aktuellen Energiekrise und der zukünftigen kommunalen Wärmeplanung der Stadt Augsburg.

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