GRÜNE: Ziel für die Schulverpflegung nach 11 Jahren immer noch nicht erreicht

Im Jahr 2007 hat der Stadtrat auf GRÜNE Initiative hin einen Grundsatzbeschluss zum Thema „Gesunde Ernährung – Biostadt Augsburg“ gefasst. Darin wurde u.a. beschlossen, dass in städtischen Einrichtungen, wie z.B. in Kindertagesstätten und Schulen eine Ausweitung des Anteils an Bio- Lebensmitteln auf 30% und verstärkt saisonale und regionale Lebensmittel verwendet werden sollten.

Martina Wild, Fraktionsvorsitzende: “Von der gewünschte Zielsetzung sind wir weit entfernt, wie der aktuelle Bericht der Verwaltung in der gemeinsamen Ausschusssitzung zeigt. Besonders ernüchternd ist die Schilderung der Verpflegungssituation an den Schulen: Die drei großen Caterer, die 62% der Schulen in Augsburg versorgen, verwenden gar keine oder nur punktuell Bio-Produkte. Die kleineren Caterer (mit je 1-3 Schulen) haben von unter 10% bis maximal 20% Bio-Lebensmittel im Einsatz. Damit ist das Ziel von 30% Bio-Lebensmittel auch nach 11 Jahren noch in weiter Ferne. Und das, obwohl Essen mit Bio-Lebensmitteln nicht teurer ist. Hier müssen wir nun in Augsburg dringend Maßnahmen zur Verbesserung ergreifen und endlich das tun, was München und Nürnberg bei der Verpflegung ihrer Kitas und Schulen seit Jahren machen“.

Dass es nämlich auch anders geht, zeigen gerade die Beispiele aus anderen Städten. So ist in München die Zielvorgabe mindestens 50% Bioanteil bei der Schulverpflegung und dies wird auch erreicht, da Ausschreibungen und Vertragsstrafen entsprechend klar sind.

Dr. Pia Haertinger, gesundheitspolitische Sprecherin: „Gesundes Essen ist gerade für Kinder und Jugendliche wichtig; für ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden. Das Thema „Verpflegung mit Bio- und regionalen Lebensmittel” geht aber darüber hinaus. Wir können damit ein Bewusstsein für gesundes Essen schaffen, für die Herkunft und Produktion der Lebensmittel und die Auswirkungen unseres Essverhaltens auch auf das Klima und die Umwelt“.

Die GRÜNE Fraktion unterstützt daher die vom Gesundheitsamt vorgeschlagenen Sofortmaßnahmen Fortbildungen und Beratungen für Schulen sowie Betriebscoaching für Cateringunternehmen zur Bio-Einführung. Für ganz wesentlich hält die Fraktion aber das Thema Ausschreibungen und Vergaben.

Martina Wild: “Die geforderten Qualitätskriterien müssen Bestandteil der Ausschreibungen sein, sonst kommen wir nicht weiter. In München erfolgt eine Ausschreibung des Standortes durch die Stadt und in diese Ausschreibung für den Pachtvertrag wird das gewünschte Speisenangebot mit Hinweis auf die vom Stadtrat gewünschten Qualitätskriterien aufgenommen. In gleicher Weise wird bei Eigenbewirtschaftung verfahren. Die BewerberInnen stellen ihr Verpflegungskonzept der Schulfamilie vor und diese entscheidet sich für einen Anbieter, mit dem dann der entsprechende Pachtvertrag geschlossen wird. Deshalb haben wir nun beantragt, dass die Ausschreibung und Vergabe nach diesem Münchner Modell erfolgen soll. Auf diese Weise schaffen wir im Miteinander von Schulverwaltung, Schulfamilie und Caterer auch in unseren Augsburger Schulen mehr Biolebensmittel bei der Verpflegung - zugunsten der Qualität, der Gesundheit und vor allem zugunsten unserer Kinder und Jugendlichen“.

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