GRÜNE begrüßen Diskussionscharakter eines gelungenen Festivals

Die Grüne Stadtratsfraktion zeigt sich sehr erfreut über ein gelungenes Brechtfestival 2017.

Verena von Mutius, kulturpolitische Sprecherin: „Herr Wengenroth hat einen sehr erfrischenden und neuen Ansatz für sein Festival gewählt und sich nicht mehr biographisch an der Person Brecht abgearbeitet, sondern den Fokus auf seine Ideen und Texte gelegt und was Brecht damit transportieren wollte. Erstaunlich viele Texte von Brecht sind heute aktueller denn je und die dort entwickelten Positionen und Ideen sind oft auch umstrittener denn je. Wir begrüßen, dass das Festival sehr viele aktuelle Bezüge aufwies und zum Nachdenken angeregt hat, ohne dabei dem Zuschauer ein starres Bild bzw. eine konkrete Antwort von Brecht auf gesellschaftliche Fragen aufdrängen zu wollen.“

Gerade der aktuelle Bezug vieler Formate und die Beschäftigung mit sehr politischen Inhalten war aus Sicht der Grünen Fraktion richtig. Verena von Mutius weiter: „Viele Veranstaltungen hat man als BesucherIn etwas ratlos verlassen, weil ein aufgezeigtes Dilemma sich nicht aufgelöst hat. Wengenroth bzw. die jeweiligen Ensembles haben die Pole aufgezeigt, zwischen denen sich die politische Diskussion abspielt, aber meist eine Entscheidung bzw. klare Tendenz offen gelassen. Getreu dem Motto „Ändere die Welt, sie braucht es“ wurde zum Nachdenken angeregt, ob und wie man sich selbst positionieren würde und wo wir uns selbst Denkverbote oder geistige Mauern aufgebaut haben. Die Auseinandersetzung mit Feminismus bzw. einem modernen Feminismus-Begriff war ein gutes Beispiel dafür.“

Für die Grüne Fraktion ist die Vernetzung mit der lokalen Szene sehr gut gelungen. Auch die kreativen Bildungsangebote waren vorbildlich und sollten ausgebaut werden.

Martina Wild, Fraktionsvorsitzende: „Wengenroth hat mit den Akteuren der lokalen Szene sehr gut zusammengearbeitet. Er hat ihnen nichts vorgeschrieben oder vorgesetzt, sondern versucht sie zu inspirieren und auf ihre eigene Kreativität zu setzen. Kulturell bildende Elemente waren gut vertreten und sollten aus unserer Sicht ausgebaut werden. Die GRÜNE Fraktion begrüßt das für 2018 vorgelegte Konzept. Nach einer umfassenden Analyse des diesjährigen Festivals und der Vorlage eines Konzeptentwurfs für 2019, können wir uns durchaus auch eine weitere Zusammenarbeit für 2 Jahre mit Herrn Wengenroth vorstellen. Allein die Vorlaufzeiten für viele Produktionen und Gastspiele erfordern Planungssicherheit, die wir dem Leiter und auch der lokalen Szene geben sollten. 2020 brauchen wir dann aber wieder eine neue Festivalleitung mit neuen Impulsen.“

 

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