Christine Kamm

In der Debatte um die etwa 24 Kilometer lange B2 Osttangente Augsburg fordert die Augsburger Landtagsabgeordnete Christine Kamm ein Umdenken in der Verkehrspolitik. „Straßenausbau kann zunehmenden Verkehr nur kurzfristig entlasten. Neu gebaute Straßen sind nach einiger Zeit genauso überlastet, wie die Vorgänger. Stattdessen muss der Verkehr auf umweltfreundliche Alternativen verlagert werden, so dass weniger Menschen auf Autos angewiesen sind!“, fordert Kamm. Grüne wünschen sich verbesserte Abstimmung der Bustakte auf Paartalbahn und die Bahnverbindungen nach München, sowie eine bessere Abstimmung der Bahnverkehre untereinander.

Naherholungsgebiete am Lech lebenswert erhalten
Der Augsburger Süden mit Siebentischwald, Stadtwald, Mandichosee und den Lechauen ist ein wichtiges Naherholungsgebiet der Bürgerinnen und Bürger. Eine reiche Artenvielfalt bietet Tieren und Pflanzen Lebensraum. Lärmschutzwände werden allenfalls zu den Wohngebieten hin gebaut. „Über die anderen Gebiete, insbesondere über die beliebten Erholungsgebiete Weitmannsee und Haunstetter- Wald wird sich ein deutlich hörbarer Lärmschleier legen, und das Erholungsgebiet entwerten“, kritisiert Kamm. 

Soll Osttangente für Gigaliner geöffnet werden?
Klären lassen will Kamm die Frage, ob die geplante Osttangente für Gigaliner freigegeben werden soll. „Gigaliner wollen natürlich ihren Zielort erreichen, dazu werden sie an Anschlussstellen die Osttangente verlassen müssen. Auf den weniger ausgebauten Straßen stellen sie dann eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer, insbesondere Radfahrer dar und erhöhen das Verkehrsaufkommen“, kritisiert Kamm.

Flächenverbrauch enorm
Bayern liegt beim Flächenverbrauch pro Tag und Einwohner bundesweit vorne. Täglich werden 21 Hektar für Straßen, Siedlungen und Gewerbegebiete zubetoniert. "Damit findet ein Raubbau an einem unserer wichtigsten Rohstoffe statt - dem Boden.", so Kamm. Nicht nur alle Bewohner und Bewohnerinnen des Freistaates sind auf Freiflächen angewiesen, sondern auch unsere heimischen Tiere und Pflanzen. "Parteiübergreifend fordert die Politik auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene Maßnahmen zum Flächensparen, leider werden keine ausreichenden Konsequenzen ergriffen.  Einige Kommunen leisten vorbildliches, um den Flächenverbrauch entgegenzuwirken, viele leider nicht. „Der Bau der Osttangente würde den bisherigen Erfolg mancher Bemühungen, den Flächenverbrauch zu senken schlicht zunichtemachen.“, so Kamm.

Nachhaltigkeitsziel 2020: 6 Hektar am Tag, aktueller Flächenverbrauch in Bayern 16,41 Hektar!
"Wir wollen, dass der Flächenverbrauch für Siedlungs- und Verkehrsfläche in Bayern bis zum Jahr 2020 entsprechend des bundesweiten Nachhaltigkeitsziels und europaweiter Vorgaben im Jahresdurchschnitt auf maximal 6 Hektar pro Tag absinkt.", fordert Kamm. Dieses Ziel ist am besten durch den Verzicht auf Ausweisung von neuen Baugebieten zugunsten einer Sanierung erhaltenswerter Bausubstanz und der Nutzung vorhandener innerörtlicher Siedlungsfläche zu erreichen: Innen statt Außen.

"Wir versiegeln 16,41 Hektar Land pro Tag in Bayern - das ist zu viel", so Kamm.

Christine Kamm hat nun eine schriftliche Anfrage an die Staatsregierung gestellt. Hier sollen genaue Fakten und Daten, wie Flächenverbrauch, Kosten und die Umweltauswirkungen festgestellt werden.

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