Auch Familienfreundlichkeit stärker als Magnet begreifen

Die Grüne Stadtratsfraktion begrüßt die Fortschreibung des Einzelhandelsentwicklungskonzepts der Stadt und fordert, sich zukünftig auch konsequent an dessen Vorgaben zu halten.

Stephanie Schuhknecht, wirtschaftspolitische Sprecherin: „ Eine Ansiedlung von Einzelhandel, die die Innenstadt stärkt, war aufgrund der Konkurrenzsituation mit den direkt angrenzenden Umlandgemeinden schon immer sehr schwierig. Noch dazu kommt, dass auch die Stadt selbst innerhalb ihrer Grenzen in der Vergangenheit größere Einzelhandelsflächen oder sogar Einkaufszentren in Randlagen genehmigt hat und damit Kaufkraft aus der Innenstadt abgezogen wurde und dort erheblicher Leerstand zu beklagen ist. Wir begrüßen daher die Fortschreibung des Entwicklungskonzepts und fordern die Verwaltung und alle im Stadtrat vertretenen Parteien auf, sich auch bei zukünftigen Einzelfallentscheidungen daran zu halten. Die letztliche Absage an eine Ansiedlung von Decathlon ist aus unserer Sicht ein gutes Beispiel für die konsequente Haltung, die es für eine Stärkung der Innenstadt und der Stadtteilzentren braucht.“

Neben einer generellen Stärkung der Innenstadt sollte aus Sicht der Grünen auch die Familienfreundlichkeit stärker verfolgt werden.

Antje Seubert, Mitglied im Wirtschaftsausschuss: „Die Zielgruppe Familie, ob als Kunden, Besucher oder Touristen, findet bislang in der Innenstadt wenig zum Verweilen einladende Bedingungen vor. Mit Kindern beispielsweise einkaufen, Kaffee trinken oder essen zu gehen ist nicht gerade einfach, weil die meisten Geschäfte und Restaurants, aber auch der öffentliche Raum kaum Beschäftigungsmöglichkeiten für Kinder bieten. Spielbereiche in Cafés und Restaurants, oder z.B. ein innenstädtischer Sandkasten wie in Münster könnten die Anziehungskraft für Familien deutlich erhöhen und dadurch neben der Kundenbindung die Innenstadt insgesamt beleben und deren Attraktivität steigern. Stadt, Händler und Gastronomen sind dazu aufgerufen diese Zielgruppe stärker in den Blick zu nehmen.“

Die Grünen begrüßen, dass mit dem vorgelegten Konzept aus Entscheidungen der Vergangenheit gelernt wurde. Stephanie Schuhknecht: „Die Ansiedlung der Citygalerie oder z.B. die vielen Einzelhandelsflächen beim Fabrikschloss zeigen deutlich, dass man damit nicht nur der Attraktivität der Innenstadt geschadet hat, sondern auch dem betroffenen Umfeld. Räumlich stark konzentrierte Einkaufsmöglichkeiten erzeugen zudem auch viel Autoverkehr, gerade wenn das Parken kostenlos ist. Diese Verkehrsströme belasten das jeweilige Umfeld massiv und die Stadtteilzentren und die Innenstadt werden beim Einkauf gemieden. Solche Entscheidungen müssen der Vergangenheit angehören.“

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