Nach einer sehr gut besuchten Veranstaltung fordert der Ortsverband Pfersee von Bündnis 90 / Die Grünen, dass der Umbau des Hauptbahnhofs zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung im Augsburger Westen genutzt wird. Dazu gehört eine Verbesserung der Infrastruktur für den Radverkehr und eine bestmögliche Erschließung der neu entstandenen Wohngebiete durch den Öffentlichen Nahverkehr. Aufgrund der Zuschussvergabe müssen jetzt so schnell wie möglich die Weichen gestellt werden. Dies ist auch deshalb notwendig, damit sich die Bürgerinnen und Bürger umfassend beteiligen können.

Vor knapp 80 Besucher/-innen stellte der städtische Baureferent Gerd Merkle die aktuellen Planungen zum Umbau des Hauptbahnhofs und den darauf aufbauenden Schritten im Westen vor. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Planung der zukünftigen Straßenbahnlinie 5. In der anschließenden Diskussion unter der Leitung von Deniz Anan wurden die wesentlichen Punkte sichtbar, die in der weiteren Bearbeitung eine Rolle spielen werden.

Verlauf der Linie 5

Noch offen ist, wie die Linie 5 verlaufen wird. Hier werden drei Varianten geprüft, die alle Probleme und – leider auch – Eingriffe in wichtiges städtisches Grün mit sich bringen. Daher fand der Vorschlag des Baureferenten, diese Varianten in einer großen, mehrtägigen  Bürgerwerkstätten im Jahre 2013 zu bewerten und entscheidungsreif zu diskutieren auf allgemeine große Zustimmung. Reiner Erben, Vorsitzender der Grünen Stadtratsfraktion: „Wir wollen eine Lösung, die möglichst viel Zustimmung unter den Anwohner/-innen findet.“ Eine Anwohnerin forderte, dass die Tramtrassen mit grünen Rasenbett gestaltet werden.

Der Bahnhof Augsburg – nicht mehr funktionsgerecht und eine schlechte Visitenkarte für unsere Stadt

Die Grüne Landtagsabgeordnete Christine Kamm mahnte zur Eile: „Augsburg ist mit Abstand die größte Stadt Deutschland, deren Hauptbahnhof noch nicht barrierefrei umgebaut ist. Das ist eine Schande für Augsburg. Die Planung zur Bahnhofssanierung weist ein äußerst straffes Zeitkorsett bis 2019 auf, dem Zeitraum, bis zu dem die Bundeszuschüsse gesichert sind. Jede weitere Zeitverzögerung würde also die Finanzierung des Projektes gefährden. Deshalb müssen der Architektenwettbewerb und die Bürgerwerkstätten umgehend gestartet werden.“ Auf keinen Fall dürfen sie verzögert werden, wie dies Dietmar Egger von der Bürgeraktion Pfersee aufgrund der Haushaltsprobleme der Stadt Augsburg befürchtet, und auf die bereits eingetretenen Bau- und Planungsverzögerungen hinweist.

Der Radverkehr muss in den Planungen besser berücksichtigt werden.

Allenfalls eine Zwischenlösung sei die derzeitige Gestaltung der Pferseer Unterführung. Hier forderte der Vorsitzende der Pferseer Grünen, Deniz Anan eine weiterführende Lösung, wie diese z.B. in Gera beim „Fürstentunnel“ gefunden wurde. Wenn man wirklich einen Anteil des Radverkehrs von derzeit 13 auf 25% steigern wolle, brauche man mehr Platz für Radlerinnen, stellte der Baureferent fest. Deshalb muss es am Bahnhofsausgang West unbedingt eine Fahrradstation und ein Fahrradparkhaus geben. Um den Autoverkehr in die Stadt zu verringern, soll der Verkehr möglichst an der Stadtgrenze gebrochen und in den ÖPNV verlagert werden. Deniz Anan: „Parkgaragen und Entlastungstraßen erzeugen mehr Verkehr in Pfersee und sind deshalb kritisch zu sehen.“

Konkrete Anregungen

Baureferent Gerd Merkle ging auch noch auf die Einrichtung des Baustellenlagers auf der Perzheimwiese ein, die für unnötige Unruhe unter den Anwohner/-innen gesorgt hat. Man werde es bis 2019 brauchen, aber man bemühe sich intensiv, zumindest für den Bauaushub unter dem Bahngelände via Bahn eine andere Lösung zu finden.

Wenig Verständnis hatten die Anwohner dafür, dass die Posttunnel  zwar im Umbau aber nicht dauerhaft als Zugang genutzt werden sollen. Vor allem während der Umbauphase müsse dieser direkte Zugang zu den Gleisen geöffnet werden.

Schließlich wurde von einem Teilnehmer darauf hingewiesen, dass die Stadt dafür kämpfen müsse, dass die Bahnsteige angemessen überdacht werden.

Noch mehr Ärger gibt es, weil die Bahn zwar jede Menge Flächen entwidmen und verwerten will, sich aber bei den Planungen zur Entlastungsstraße wenig kooperativ zeige. Uneinheitlich war die Stimmung in der Versammlung darüber wie groß und leistungsstark diese Entlastungsstraße sein müsse. Insbesondere die jüngeren Vertreter wiesen darauf hin, dass man für einen umweltfreundlicheren Verkehrsmix planen müsse, die Anwohner/-innen der Rosenaustraße verwiesen jedoch auf die großen Lärmprobleme. Auch in dieser Frage wurde eine umfassende Beteiligung der Bürger/-innen angemahnt.

 

Verantwortlich: Deniz Anan

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