equal pay day

Die Landtagsabgeordnete Christine Kamm und die Bezirksrätin Kirsi Hofmeister-Streit fordern zum Equal Pay Day: „Die Verdienstlücke zwischen Frauen und Männern muss geschlossen werden!" Frauen verdienen in Deutschland im Durchschnitt rund 22 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Bayern liegt mit einer Lohnlücke von 26 Prozent (2011) an der unrühmlichen Spitze der Bundesländer. 

Bayern ist Negativvorbild

„Im Freistaat besteht damit nicht nur europaweit mit die größte Verdienstlücke zwischen den Geschlechtern“, kritisiert die grüne Abgeordnete anlässlich des „Equal Pay Day“ am 21.März und kritisiert. „Es wird auch nichts dafür getan, dass sich das ändert.“ Die zuständige Ministerin benutzt hier nicht einmal die bayernrelevanten Zahlen, sondern den Bundesdurchschnitt, damit es sich besser anhört. „Ihre Aufgabe wäre es doch, hier die Ursachen zu finden und endlich in Bayern in Sachen Gleichstellung einen Schritt weiter zu kommen." Wie die Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen, hat sich der so genannte „Gender Pay Gap“ im Freistaat zwischen 2006 und 2010 aber sogar vergrößert. 

Wie jedes Jahr weisen die Grünen auch in diesem Jahr am 21. März – dem Equal Pay Day – auf diese geschlechterspezifische Ungerechtigkeit hin. Männer müssten rein statistisch gesehen erst jetzt anfangen zu arbeiten, um am Ende des Jahres das gleiche Geld verdient zu haben. „Bayerns Sozialministerin Haderthauer betont in Sonntagsreden regelmäßig, dass der Freistaat deutschlandweit die höchste Frauenerwerbsquote hat“, so Christine Kamm, „doch weil es sich dabei überdurchschnittlich um Teilzeitstellen, Minijobs und prekäre Arbeitsverhältnisse handelt, liegt der Gender Pay Gap in Bayern so hoch.“ Dies wirke sich nicht nur während des Erwerbslebens negativ auf das Haushalteinkommen aus, sondern auch später beim Bezug niedrigerer Renten. 

Grüne wollen Quotenregeln in der Wirtschaft

 „Es geht beim Gender Pay Gap nicht nur um die unterschiedliche Bezahlung bei gleicher Arbeit, sondern auch um die unterschiedliche Bewertung von Frauen- und Männerarbeit. Gerade in höheren Positionen arbeiten nach wie vor hauptsächlich Männer.“ Einen Schlüssel zur Verbesserung sehen die Landtagsgrünen beispielsweise in einer verbindlichen Frauenquote von 40 Prozent für Aufsichtsräte börsennotierter Unternehmen „Damit erhoffen wir uns eine Erhöhung des Frauenanteils im gesamten Unternehmen und insbesondere auf der Führungsebene“, so Kamm. Ein entsprechender grüner Antrag  wurde am 20. März eingereicht. 

Großen Einfluss auf die Höhe der Gehaltsunterschiede haben berufliche Unterbrechungen, die Frauen einlegen, wenn sie in die sogenannte Familienphase eintreten, also Kinder bekommen und großziehen. Große Probleme haben hier vor allem Beamtinnen, gerade in Schulen und bei der Polizei. „Wir Grüne haben beantragt, dass endlich mehr Vereinbarkeit von Familie und Beruf gelebt und organisiert wird. Auch muss darauf geachtet werden, dass alte Rollenbilder nicht faire Beurteilung und gute Lösungen verhindern. “, erklärt Kamm.  Der Gender Pay Gap gerade in der bayerischen Beamtenschaft sei beklemmend. Der öffentliche Dienst sollte endlich eine Vorreiterrolle wahrnehmen, und diese Probleme endlich angehen. 

An vielen Stellschrauben müsse gearbeitet werden, um den Gender Pay Gap zu beenden: 

  • Bessere Bezahlung der traditionellen Frauenberufe
  • Mehr Vereinbarkeit von Familie und Beruf
  • Auflösung der traditionellen Rollenmuster
  • Mehr Frauen in Chefsesseln und in der Politik
  • Mindestlohn, Ende der prekären Arbeitsverhältnisse und Erhalt von flächendeckenden Tarifverträgen
URL:https://gruene-augsburg.de/presse/presse-archiv/single-archiv/article/frauen_verdienen_das_gleiche_wie_maenner_oder_etwa_nicht-1/archive/2013/march/