Zum Internationalen Frauentag stellen Stadtverband und Stadtratsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Augsburg die Sicherheit von Frauen - auch und vor allem während der Corona-Pandemie - in den Mittelpunkt. Viele Daten weisen darauf hin, dass Frauen während der Lockdown-Phasen mehr Gewalt erfahren haben, als schon vor der Pandemie. Die unsichere Gesamtlage und wachsende wirtschaftliche Unsicherheit lassen in vielen Familien und Partnerschaften die Gewaltbereitschaft steigen. Durch die Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen können Frauen sich zudem schlechter Hilfe holen. Auch in Augsburg ist die Zahl der angezeigten Fälle von Gewalt gegen Frauen in den vergangenen Jahren konstant gestiegen - und die Dunkelziffer liegt womöglich bei über 90 Prozent.

Ein sicherer Zufluchtsort sind Frauenhäuser - sie sind jedoch notorisch überbelegt. Auch spezielle Unterkünfte für z.B. wohnungslose Frauen sind seit Beginn der Pandemie besonders nachgefragt. Verena von Mutius-Bartholy, Vorsitzende der GRÜNEN Fraktion erklärt: “Das Übergangswohnheim Casa Donna in Pfersee ist für manche Personen zur Dauereinrichtung geworden. Solche Hilfsangebote zum Schutz von Frauen müssen stärker gefördert werden. Wir werden überprüfen, welche Angebote von kommunaler Seite dringend eine Weiterentwicklung und zusätzliche Unterstützung benötigen.”

Auch im öffentlichen Raum erfahren Frauen in ihrem Alltag sprachliche und körperliche Gewalt. Mehrfach marginalisierte Gruppen wie People of Colour, Transpersonen und behinderte Frauen sind davon noch einmal stärker betroffen. Die sozialen Medien sind dabei ein Katalysator, denn in der (vermeintlichen) Anonymität fühlen sich die Täter*innen sicher. Sophia Winiger, Sprecherin des GRÜNEN Stadtverbandes, betont: “Bodyshaming, Stalking und sexistische Beleidigungen sind in den sozialen Netzwerken leider an der Tagesordnung. Und sie bleiben viel zu oft ungeahndet. Dadurch sinkt auch in der realen Welt die Hemmschwelle für Gewalt an Frauen. Wir brauchen Aufklärungsarbeit und bessere Beratungsstellen, damit sexistisches Verhalten im Netz konsequent zur Anzeige gebracht wird.”

Dass Frauen auch durch Sprache, z.B. den generellen Einsatz der männlichen Form, in den Hintergrund gedrückt werden, wird oft vergessen. “Deshalb freuen wir uns besonders, dass der Bundestag mit einem Beschluss in der vergangenen Woche gendergerechte Sprache in Anträgen und Gesetzesentwürfen erlaubt. Wir setzen uns dafür ein, dass dies auch in Augsburg stärker zum Thema wird”, so die frauenpolitische Sprecherin und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN, Franziska Wörz.

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