Zielkonflikt zwischen dringend nötigem Wohnungsneubau und Reduzierung des bisher schon hohen Flächenverbrauchs muss gelöst werden

Trotz zahlreicher vom Stadtrat beschlossener Strategien - wie zur Biodiversität - werden fortwährend auch in Augsburg Freiflächen für Wohnen, Infrastruktur, Handel und Gewerbe in Anspruch genommen. So wurden zwischen 2000 und 2013 durchschnittlich 12 ha pro Jahr in Verkehrsflächen umgewandelt, was 16 Fußballfeldern entspricht. In Bayern wurden 2015 täglich ca. 13,1 Hektar Freifläche in Siedlungs- und Verkehrsfläche umgewandelt.

Martina Wild, Fraktionsvorsitzende: “Wir haben hier einen klassischen Zielkonflikt: einerseits besteht der Bedarf, neuen Wohnraum zu schaffen, und andererseits die Notwendigkeit, den Flächenverbrauch zu reduzieren und Grünstrukturen zu sichern. Zur umwelt- und sozialverträglichen Lösung dieses Konfliktes soll das nachhaltige Flächenressourcenmanagement beitragen, das bereits 2010 vom Stadtrat beschlossen worden ist. Nachdem im Bauausschuss über Bauentwicklungen in den nächsten Jahren sowie über ein Bauflächenentwicklungskonzept berichtet wurde, wollen wir nun wissen, wie der aktuelle Stand beim Flächenressourcenmanagement ist.”

Cemal Bozoğlu, stellv. Fraktionsvorsitzender und Mitglied im Bauausschuss: “Inzwischen wurde im Bauausschuss dargelegt, mit welchem Bedarf an Wohnbauflächen aufgrund des Bevölkerungszuwachses in den nächsten 5-15 Jahren gerechnet wird und welche Flächenpotentiale demgegenüber vorhanden sind. Um die Lage besser beurteilen und zielführende Maßnahmen ergreifen zu können, müssen wir auch wissen, welche Auswirkungen diese Zahlen auf das im Aufbau befindliche Flächenressourcenmanagement hat, wieviel Gewerbeflächen in Wohnbauflächen umgewandelt wurden und noch umgewandelt werden könnten, wieviel Neubauflächen ausgewiesen worden sind und welche Flächen davon aus naturschutzfachlicher Sicht problematisch sind.“

Martina Wild abschließend: “Die Bayerische Nachhaltigkeitsstrategie (2013) legt fest, dass der Flächenverbrauch deutlich reduziert wird und langfristig die Flächenkreislaufwirtschaft ohne weiteren Flächenneuverbrauch auskommen soll. Um beurteilen zu können, welchen Beitrag zur Erreichung dieses Zieles unsere Stadt leistet und noch leisten kann und welche Maßnahmen dazu nötig sind, brauchen wir für Augsburg entsprechende Informationen.“

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