Bahnhofsumbau

Die Grüne Stadtratsfraktion hat gestern im Bauausschuss drei Beschlussvorlagen zugestimmt, die eng miteinander verzahnt sind: zum Hauptbahnhof, zum Kö und zur Max/Hallstraße. Diese Vorlagen wurden in der Folge des Bürgerentscheids von den Preisträgern des Ideenwettbewerbs zusammen mit Mitgliedern der Jury, den Stadtwerken, der Bauverwaltung und einem Beirat erarbeitet.

Die Mobilitätsdrehscheibe muss so schnell wie möglich umgesetzt werden. Die Grüne Fraktion warnt davor, in der nun wieder kontrovers aufflammenden Diskussion dieses wichtige Ziel aus dem Auge zu verlieren. Mit der Mobilitätsdrehscheibe kann die Stadt einen enormen Beitrag leisten zum Klimaschutz und zur Entwicklung einer zukunftsfähigen Mobilität. Bei allem Streit ums Detail sollten wir die großen Ziele nicht zerreden.

Die Beschlüsse bedeuten eine tiefgreifende Veränderung für die Innenstadt. Es kommt nun darauf an, deutlich zu machen, dass wir alle aus dieser Veränderung einen großen Gewinn ziehen: mehr Lebensqualität, bessere Luft, städtebauliche Aufwertung, umweltfreundliche Mobilität für alle, Klimaschutz, Stärkung des innerstädtischen Einzelhandels. Ein Entwicklungsimpuls für unsere Stadt. Endlich wird der Augsburger Westen direkt an den Hauptbahnhof und die Innenstadt angebunden. Ein großer Schritt in die Zukunft.

Damit diese Ziele deutlich werden, muss die Stadtregierung eine klare Haltung einnehmen. Sie muss sich klar bekennen zu einer neuen Verkehrspolitik, die der umweltfreundlichen Mobilität Priorität einräumt. Nur so kann sie auch zwei gewichtigen Einwänden begegnen, die nun von vielen Seiten erhoben werden.

Zum einen fürchten viele, durch die Sperrung der Konrad-Adenauer-Allee werde der Kaiserhofknoten und andere Kreuzungspunkte überlastet und umgebende Straßenzüge zusätzlichem Verkehr preisgegeben. Hier muss die Stadtregierung klar machen, dass sie aktiv an der Reduzierung des MIV arbeiten wird, so wie das die Jury des Ideenwettbewerbs auch für notwendig hält. Mit einem Sowohl-als-auch sind die Probleme nicht zu lösen.

Zum andern wird es um die Bäume am Kö gehen. Bauausschussmitglied Eva Leipprand: „Hier muss die Stadtregierung endlich die Karten auf den Tisch legen. Die Augsburgerinnen und Augsburger haben ein Recht darauf, zu wissen, wie viele Bäume auch für die derzeitige Planung weichen müssen und wie dieser Verlust zu rechtfertigen ist." Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende hat beantragt, dass in der Stadtratssitzung am 22.07.2009  die Leiterin des Amts für Grünordnung und Naturschutz, Frau Dr. Dobner, zu den Eingriffen ins Grün Stellung nimmt.

Die Grüne Fraktion sieht die drei Beschlüsse als ergebnisoffene Verfahren, die hoffentlich dazu beitragen werden, die Umsetzung des so wichtigen ÖPNV-Projekts und auch die Aufwertung der Maximilianstraße voranzutreiben. Im weiteren Verfahren werden sich die Grünen an allen kritischen Punkten für mehr Grün und mehr zukunftsfähige Mobilität einsetzen.


Verantwortlich: Reiner Erben, Eva Leipprand

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