Kultur in Augsburg

Die Grüne Stadtratsfraktion bewertet den Start von KuSpo am vergangenen Wochenende als misslungen. Im Rahmenprogramm der Einweihung der Impuls-Arena und als Programmbestandteil von Rail and Road gingen die ersten Elemente über die Bühne. Die Grüne Fraktion vermisst nach wie vor ein qualitätsvolles Konzept und einen nachhaltigen Ansatz. Die sportpolitische Sprecherin, Martina Wild: „Die Veranstaltungen sind beliebig und ohne inneren Zusammenhang aneinander gereiht. Wem diese nützen sollen, bleibt weiterhin ein Rätsel."

Das KuSpo-Opening bei der Einweihung der FCA-Arena war nicht originell. So sangen im Rahmen von KuSpo drei Tenöre die deutsche Nationalhymne. Verena von Mutius: „Inzwischen ist es Standard, dass es kulturelle Elemente bei sportlichen Großereignissen wie Olympia oder der Fußball-WM und eben auch bei Einweihungen von Fußballstadien gibt. Diese Programmteile sind Teil des jeweiligen Veranstaltungsbudgets. Warum hier städtische Gelder aus dem Kultur- und Sportetat herangezogen werden müssen, erschließt sich nicht."

Martina Wild: „Wir brauchen keine einmaligen Events, sondern dauerhafte, niederschwellige Angebote, um mehr junge Menschen dafür zu gewinnen, Kultureinrichtungen und Sportvereine zu besuchen und entsprechende Angebote wahrzunehmen. Darauf ist KuSpo nicht die richtige Antwort." Zu fördern sind stattdessen Projekte der kulturellen Bildung, wie sie im Netzwerk Kultur- und Schulservice angeboten werden. Dies könnte auch durch kostenfrei zur Verfügung gestellte Kulturgutscheine geschehen, die Grundschulkinder und HauptschülerInnen dazu ermutigen, Kultureinrichtungen zu besuchen.

Im Bereich des Sports sind vier Themen von Aktualität: erstens Integration durch Sport, zweitens gesunde Ernährung und Bewegung, drittens die Zusammenarbeit von Sportvereinen und Schulen im Kontext von Ganztagsschulen und viertens die Förderung von breiten, allgemeinen Sportangeboten in Schulen, Vereinen und freien Initiativen. Dafür sollten Gelder zur Verfügung gestellt werden.

Insgesamt ist das Projekt KuSpo ein teures Symbol für eine falsche Schwerpunktsetzung. Verena von Mutius: „Damit werden Probleme bearbeitet, die niemand hat, während andere wichtige Themen und Vorhaben auf der Strecke bleiben. ‚Spielchen ohne Grenzen‘ am Bahnpark sind nett, verpuffen aber."

Verantwortlich: Martina Wild, Verena von Mutius

 

Einen Hintergrundartikel von Martina Wild finden Sie hier.

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