Der geplante Straßenbau läuft allen Bemühungen um Klima- und Naturschutz sowie einer ökologischen Verkehrswende zuwider.

Anfang August wurde der Bundesverkehrswegeplan 2030 nun vom Bundeskabinett verabschiedet und in die parlamentarische Beratung gegeben. Der Bundesverkehrswegeplan wurde in seiner jetzigen Fassung von Umweltverbänden, dem Umweltministerium und dem Umweltbundesamt stark kritisiert, weil Klima-und Umweltschutz nicht ausreichend berücksichtigt worden sei. Nach Ansicht der GRÜNEN ignoriert der Entwurf des Verkehrsministers fast alles, was in Sachen Klima- und Umweltschutz je vereinbart wurde.

Martina Wild, Fraktionsvorsitzende und Mitglied im Umweltausschuss: “In Deutschland ist der Verkehrssektor für etwa 20 Prozent der energiebedingten Treibhausemissionen verantwortlich. Im Vergleich zu 1990 ist dieser Ausstoß im Verkehr sogar gestiegen. Wenn der Dobrindt-Entwurf verwirklicht wird, trägt dies dazu bei, dass die Klimakrise weiter voranschreitet. Auch der weitere enorme Flächenverbrauch und die Bedrohung zahlreicher Natur- und Landschaftsschutzgebiete wird durch diesen Plan weiter vorangetrieben statt dem bisherigen Treiben endlich ein Ende zu setzen."

Ein Beispiel, das diese Kritik untermauert, stellt nach Ansicht der GRÜNEN Stadtratsfraktion die Planung der sogenannten Osttangente dar. Die drei Abschnitte der geplanten Osttangente zwischen Derching und Mering-St. Afra stehen nun im vordringlichen Bedarf, der vierte Abschnitt, mit dem der Anschluss zur B17 auf der Höhe von Königsbrunn hergestellt werden soll, steht als weiterer Bedarf im Plan.

Cemal Bozoglu, stellv. Fraktionsvorsitzender ergänzt: "Der vierstreifige Ausbau in seiner jetzigen Streckenführung weist eine hohe Umweltbetroffenheit auf. So führt der geplante Trassenverlauf durch das Wasserschutzgebiet der Städte Augsburg und Königsbrunn. Aus dem Bericht des Umweltreferenten Reiner Erben im Umweltausschuss am 20. Juli geht hervor, dass aufgrund der geringen Grundwasserüberdeckung das Gebiet als sehr sensibel anzusehen ist und durch die zu erwartenden bedeutenden Bodeneingriffe eine Gefährdung der Wasserversorgung insbesondere während der Bauzeit nicht ausgeschlossen werden kann.“

 

Martina Wild weiter: “Auch bei diesem Projekt werden bisher intakte Landschaftsgebiete in Zukunft durch eine Straßentrasse durchschnitten und zubetoniert. Der Augsburger Stadtwald, unser großes Augsburger Naherholungsgebiet, wird durch zunehmenden Lärm belastet und als schützenswertes FFH-, Naturschutz- und Trinkwasserschutzgebiet beeinträchtigt werden.

 

Ein weiterer Hinweis des Umweltreferats ist für die GRÜNE Stadtratsfraktion äußerst wichtig. So weist das Umweltreferat darauf hin, dass Auswirkungen dieser Straßenbauplanung auf das Projekt Licca liber zu beachten sind.

Martina Wild: “Licca liber beabsichtigt mit erheblichen finanziellen Mitteln, dem Lech mehr Raum zu geben, Fluss und Aue ökologisch aufzuwerten und damit auch das FFH- und Naturschutzgebiet für die Zukunft zu sichern. Eine Gefährdung dieses Projektes ist für uns nicht hinnehmbar.“

 

Insgesamt sieht sich die GRÜNE Fraktion in ihrer Ablehnung des Straßenbauprojektes durch den Bericht es Umweltreferenten Reiner Erben im Umweltausschuss zu umweltrelevanten Aspekten der Osttangente weiter bestärkt. Sie wird den Widerstand gegen die geplante Osttangente deshalb weiterhin mit aller Energie unterstützen.

URL:https://gruene-augsburg.de/presse/presse-archiv/single-archiv/article/gruene_sehen_sich_bestaerkt_in_ihrem_nein_zur_osttangente/archive/2016/august/