Migration

Der Vorsitzende des Integrationsbeirats Ahmet Akcay muss endlich begreifen, dass jede völkisch-nationale Entgleisung der türkischen Seite, Wasser in die Mühlen von deutschen Nationalisten trägt.

Das jahrelange mühsam erarbeitete friedliche Zusammenleben zwischen Migranten und Deutschen, sowie auch das der türkischstämmigen verschiedenen ethnischen und religiösen Gemeinschaften, wurde durch die jüngsten Vorfälle beim 50. Jahrestages des Gastarbeiterabkommens zwischen der Türkei und Deutschland im Rathaus empfindlich gestört und vergiftet. Das muss aufhören. Der Integrationsbeirat und vor allem sein Vorsitzender muss sich seiner eigentlichen Aufgabe bewusst werden und sich gegen die Benachteiligung von Migranten und Migrantinnen und für ein friedliches Zusammenleben der verschiedenen Gruppen in Augsburg einsetzen.

Durch den Eklat, den drei AKP-Abgeordnete beim 50. Jahrestag im Rathaus verursacht haben, wurde der Gastgeber, die Stadt Augsburg, und die Organisatoren der Veranstaltung in eine peinliche Lage gebracht. Das Verhalten der Abgeordneten, eigenmächtig das Rednerrecht zu ergreifen und untereinander weiterzugeben, sowie die Inhalte ihrer Reden hat dafür gesorgt, dass einige Zuhörer den Goldenen Saal verließen und ihren Protest offen bekundet haben. Dies war Anlass für eine Diskussion in der Öffentlichkeit, die im Zentrum den Vorsitzenden des Integrationsbeirats, Ahmet Akcay, und die nationale und völkische Entwicklung der türkischen Gemeinschaft in Augsburg hatte. Die Diskussion hat sich auch auf die vom Integrationsbeirat organisierten bzw. unterstützen Kundgebungen in Augsburg bezogen. Als Beispiele wurden die Anti-PKK und die Anti-Israel Demonstrationen genannt.

Der Integrationsbeirat hat die Aufgabe, die Stadt Augsburg bezüglich der Zuwanderer und Zuwanderinnen zu beraten und sich für Integration und das friedliche Zusammenleben der Kulturen und Ethnien einzusetzen. Der satzungsgemäß festgelegten Rahmen des Integrationsbeirates wurde durch das Organisieren und Unterstützen der o. g. Demonstrationen und dem Hereinholen der Innenpolitik der Türkei in den Rathausempfang, völlig überzogen und missbraucht. Bei den genannten Demonstrationen wurden auf Seiten der Veranstalter Parolen gerufen, die die Janitscharen auf dem Kriegsfeld gerufen haben und die türkische Nationalfahne am Perlachturm gehissen. Damit hat man die Ängste und Vorurteile in der Gesellschaft verstärkt anstatt sie zu beseitigen. Durch diese Aktivitäten fühlen sich die Kreise bestätigt, die sich für die Ausgrenzung der Migranten und Migrantinnen einsetzen.

 

Der Vorfälle bei der Anti-Israel-Demonstration haben die jüdische Gemeinde in Augsburg, die sich wie wir gegen Volksverhetzung und Rassismus einsetzt, beunruhigt und das gute Verhältnis zwischen den beiden Gemeinschaften beeinträchtigt.

 

So darf es nicht weitergehen.

 

Der Grüne Arbeitskreis Migration, Flucht und Menschenrechte fordert , dass der Integrationsbeirat und vor allem sein Vorsitzender endlich seine Aufgaben wahrnimmt und sich für die Integration einsetzt und nicht für die Ausgrenzung.

 

Sylvia Brecheler und Cemal Bozoglu

Sprecherin und Sprecher AK Migration, Flucht und Menschenrechte

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