Grüne lehnen Planungen für neue Straße durch Waldgebiet ab

 

Die Grüne Stadtratsfraktion lehnt die Rodung eines Waldstücks an der Haunstetter Straße für den Bau einer neuen Nordzufahrt des Unternehmens Premium Aerotec entschieden ab. Fraktionsvorsitzende Martina Wild: „Das Waldstück stellt einen wichtigen, naturnahen und von FußgängerInnen wie RadfahrerInnen stark frequentierten Zugang zum Naherholungsgebiet Stadtwald dar. Umweltbelange wurden bisher nicht ausreichend geprüft, so müsste z.B. eine Sondergenehmigung erteilt werden, da Teile der geplanten Straße im Trinkwasserschutzgebiet liegen. Auch ist das Waldstück ein natürlicher Lärmschutz zwischen dem Industriebetrieb und den direkten AnwohnerInnen in der Volkssiedlung, der dann wegfallen würde.“

Mit der neuen Straße wären auch zahlreiche Verschlechterungen an der Haunstetter Straße und in den umliegenden Straßen des Wohngebietes verbunden. Christian Moravcik, Stadtrat und langjähriger Bewohner der Eichenstraße: „Durch die geplante Ampelkreuzung wäre eine Einfahrt auf die Haunstetter Straße durch die Nordstraße nicht mehr möglich. Die AnwohnerInnen des gesamten nördlichen Haunstettens müssten dann durch die Eichenstraße fahren, um auf die Haunstetter Straße zu gelangen. Dies führt zu einer enormen Verkehrs- und Lärmbelastung in der Eichenstraße. Außerdem ist geplant, die Nordstraße im Ringschluss mit der Eichenstraße zu verbinden, wofür der Geh- und Radweg auf der Westseite der Haunstetter Straße weichen müsste. Auch dies halten wir für völlig inakzeptabel insbesondere an einer Hauptverkehrsstraße.“

Die neue Straße wäre vor allem für die Volkssiedlung eine enorme Belastung. Cemal Bozoglu, Mitglied im Bauausschuss: „Besonders die BewohnerInnen der Straße Am Waldrand würden nicht nur des Waldstücks als Puffer beraubt, sondern bekämen anstelle dessen eine breite und von zahlreichen LKWs befahrene Straße vor die Nase gesetzt und müssten viel Lärm und viele Abgase aushalten. Für uns Grüne ist klar: Die mögliche Entlastung der Ellensindstraße steht in keinem Verhältnis zu den enormen Verschlechterungen für ganz Haunstetten-Nord und dem Wegfall eines Waldstücks. Das Projekt sollte begraben werden. Stattdessen sollte dringend darüber nachgedacht werden, wie gerade der LKW-Verkehr reduziert werden kann. Früher war hierfür die Lokalbahn ein wichtiger Partner.“

URL:https://gruene-augsburg.de/presse/presse-archiv/single-archiv/article/kein_kahlschlag_in_haunstetten/archive/2014/july/