Trotz des Ausbaus von Krippenplätzen, den die Stadt Augsburg und freie Träger mit Hilfe von Zuschüssen von Bund und Land realisieren konnten, bestehen nach Auffassung der Grünen Stadtratsfraktion noch Lücken in der Versorgung. Martina Wild, stellvertretende Fraktionsvorsitzende: „Nach den Rückmeldungen, die uns erreichen, werden vor allem Hortplätze knapp. Außerdem macht der Bildungsbericht deutlich, dass es in manchen Stadtteilen weiterhin Bedarf im Kindergartenbereich gibt, da 20% der Kinder weniger als zwei Jahren einen Kindergarten besuchen. Deshalb müssen wir in Augsburg weiter in den Ausbau investieren und die vom Stadtrat beschlossenen Ausbauziele erreichen.“

Dabei darf es aus Sicht der Grünen aber nicht nur um einen quantitativen Ausbau der Kinderbetreuung gehen. Um eine hohe Qualität auch in Zukunft gewährleisten zu können, muss der Freistaat deutlich mehr investieren. Martina Wild: „Die Stadt muss sehr genau darauf achten, welche Qualität in den Bildungs- und Betreuungseinrichtungen angeboten wird. Der Freistaat kann hierfür rasch Mittel zur Verfügung stellen, indem er endlich das „Bayerische Betreuungsgeld“, das Landeserziehungsgeld, abschafft und diese 80 Mio. Euro in den qualitativen Ausbau der Kinderbetreuung investiert.“

Zudem ist eine „Offensive für ErzieherInnen“ notwendig. Martina Wild: „Um den wichtigen Beruf der Erzieher/-innen attraktiver zu machen, müssen die Gehälter deutlich angehoben werden. Außerdem muss der Freistaat mehr für die Ausbildung von Erzieher/-innen tun. Es kann nicht sein, dass es heute lange Wartelisten für die Ausbildung gibt und wir befürchten müssen, dass wir schon bald einen akuten Fachkräftemangel im Bereich der Bildung und Betreuung in den Großstädten haben.“

Die Frage der Qualität stellt sich aber nicht nur im Kindertagesstättenbereich, sondern auch im Bereich der schulischen Angebote. Martina Wild: „Gerade in der Schulkindbetreuung sehen wir große Unterschiede. Hier fordern wir schon seit Jahren eine Evaluation der Angebote in Augsburg um zu sehen, wo noch nachgebessert werden muss. Eltern müssen sich unabhängig von Trägern darauf verlassen können, dass ihr Kind in einer Einrichtung gut betreut wird.“

Unklar ist die Strategie des Freistaats im Bereich der Ganztagesschulen. Martina Wild: „Es ist unklar, wie ernst es dem Freistaat mit dem Ausbau von Ganztagesschulen ist. Diese Frage hängt aber eng damit zusammen, wie viele Hortplätze in den Kommunen eingerichtet werden müssen. Und es ist nach wie vor nicht geklärt, wie die Eltern die zwölf Wochen Schulferien überbrücken sollen, wenn die Ganztagesschule in dieser Zeit keine Angebote vorhält. Hier sehen wir nach wie vor viel Stückwerk.“

Verantwortlich: Martina Wild

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