Die Grüne Stadtratsfraktion zieht Bilanz aus ihren gut besuchten und inhaltlich anregenden Veranstaltungen zu den Themen Klima- und Naturschutz. Vorsitzender Reiner Erben: „Wir haben vor Ort in der Kommune riesige Möglichkeiten Klima- und Naturschutz konsequent umzusetzen. Allerdings müssen diese auch ergriffen werden. Nur von Nachhaltigkeit zu reden, reicht bei weitem nicht aus. Wir Grüne fordern, dass endlich alle städtischen Entscheidungen darauf geprüft werden, welche Auswirkungen sie auf die Umwelt haben. Wir fordern ein konkretes Maßnahmenpaket für einen konsequenten städtischen Klima- und Naturschutz. Die letzten sechs Jahre waren in diesem Bereich sechs verlorene Jahre.“

Einen wichtigen Hebel für einen besseren Klimaschutz sehen die Grünen in der Verkehrspolitik. Martina Wild: „Auch hier gilt: Wir brauchen keine Sonntagsreden, sondern eine klare Bevorzugung von Fuß-,  Rad- und Tramverkehr. Dies muss dann auch mal zu Lasten des Autoverkehrs gehen, damit der zur Verfügung stehende städtische Raum allen Verkehrsarten gleichberechtigt zukommt. . Dazu war der Umbau des Königsplatzes ein Schritt in die richtige Richtung, dem allerdings weitere folgen müssen.“

Auch im Sinne einer umfassenden nachhaltigen Stadtentwicklung ist die Erarbeitung einer Strategie für eine umweltfreundliche und vernetzte Mobilität von zentraler Bedeutung. Reiner Erben: „Unsere Veranstaltung im Antonsviertel hat bestätigt, dass wir nicht nur über Standorte von Parkhäusern diskutieren dürfen, sondern gemeinsam mit der Bürgerschaft vor Ort neue Wege finden müssen, wie die Menschen umwelt- und sozialverträglich mobil sein können.

Wenn auch nicht immer gleich auf den ersten Blick eindeutig, so ist doch auch die Frage, was wir Essen, wie unsere Lebensmittel produziert werden und welche Produkte wir verwenden, wichtig für den Klimaschutz. Deshalb ist es für die Grünen eine dringende Angelegenheit, dass die Stadt die Beschlüsse zur Bio-Stadt endlich konsequent umsetzt. Verena von Mutius: „Es gibt einstimmige Beschlüsse des Stadtrats für ein vorbildhaftes Verhalten der Stadt, für die Verwendung von fair gehandelten Produkten und Produkten in Bio-Qualität. So soll es z.B. mehr Bio-Qualität bei der Verpflegung in Kindertagesstätten geben und die Verwendung von75 % Recycling-Papier in allen städtischen Einrichtungen. Diese Beschlüsse werden aber nicht umgesetzt. Nur auf unser Drängen hin gelingen zögerliche Trippelschritte. Das ist mehr als unbefriedigend.“

Ein großes Potential um Klimaschutz im Sinne vor Ressourcen- und Energieeinsparung voranzubringen sehen die Grünen im Innovationspark, wenn dessen Aufgabenstellung klar auf nachhaltiges und ziviles Wirtschaften und das Thema Ressourceneffizienz ausgerichtet ist. Reiner Erben: „Nur mit dieser klaren Ausrichtung und der Verbindung mit einer gesellschaftswissenschaftlichen Auseinandersetzung über den Einsatz neuer und hocheffizienter Werkstoffe kann sichergestellt werden, dass aus dem Innovationspark nicht ein sehr teures und ganz normales  Gewerbegebiet entsteht.“

In den fachlichen Diskussionen hat sich bestätigt, dass von Umweltreferent Rainer Schaal zu wenige Impulse ausgegangen sind. Reiner Erben: „In allen wichtigen Entscheidungen, die eine nachhaltige Stadtentwicklung oder den Natur- und Umweltschutz betreffen, war vom zuständigen Referenten nichts zu hören. Aktuelle Beispiele sind die Ansiedlung von Decathlon weit außerhalb der Innenstadt oder die geplante Umsiedlung des Post SV, die Eingriffe ins Altstadtgrün beim CFS. Herr Schaal ist nicht als aktiver Vertreter der Umweltinteressen aufgetreten. Positive Impulse kamen oft über die Papierlage nicht hinaus.“

 

Hintergrundinformation:

Die Grüne Fraktion hat in den letzten Tagen Veranstaltungen zur Verkehrspolitik im Antonsviertel (am 24.02.), zur Ressourceneffizienz und nachhaltigem Wirtschaften (mit Reinhard Bütikofer am 27.02.) zur Zukunft der Bio-Stadt (04.03.) und zur nachhaltigen Stadtentwicklung (mit Dr. Anton Hofreiter am 06.03.) durchgeführt. Alle Veranstaltungen waren gut besucht und aus den Impulsen entwickelten sich anregende Diskussionen.

URL:https://gruene-augsburg.de/presse/presse-archiv/single-archiv/article/klimaschutz_aber_mit_konsequenz/archive/2014/march/