In der aktuellen Debatte um die Zukunft der Mozartstadt Augsburg plädiert die Grüne Fraktion für ein starkes städtisches Festival. Das Mozartprofil ist in den vergangenen Jahren mit viel städtischem Einsatz aufgebaut worden und darf jetzt nicht vernachlässigt werden. Verena von Mutius: „Wenn Oberbürgermeister Dr. Gribl die Mozartstadt zur Dachmarke für Augsburg erklärt, dann muss die Stadt mehr dafür tun. Wir fordern deshalb den OB und den zuständigen Kulturreferenten auf, ein klares Signal für ein weiterhin städtisches Mozartfest zu geben“.

Angesichts der Tatsache, dass Augsburg die Geburtsstadt von Leopold Mozart ist, war eine musikpädagogische Schwerpunktsetzung schon immer ein wesentlicher Aspekt des städtischen Festivals gewesen. Verena von Mutius: „Wenn wir uns als Stadt engagieren, muss dies nach einem klaren inhaltlichen Konzept geschehen. Auftrag eines städtisch geförderten Festivals kann keine reine Eventveranstaltung sein. Damit nicht ähnlich wie beim Brechtfestival, die inhaltliche Auseinandersetzung und die Einbindung der Augsburger Bevölkerung schleichend verloren geht, muss sich die Stadt jetzt klar für ein Mozartfest in städtischer Hand aussprechen, zu dem auch die gesamte Bevölkerung eingeladen ist, wie bisher etwa mit den kostenlosen Mittagskonzerten“.

Ob der Kulturreferent sich mit der inhaltlichen Ausrichtung und den Unterschieden einer städtischen bzw. privaten Veranstaltung auseinandersetzt, erscheint den Grünen äußerst fraglich. Auf die Nachfrage im Kulturausschuss, ob er die Stellungnahmen der verschiedenen Mozartakteure im A³ (Kulturmagazin) kenne, antwortete er mit Nein.

Private Initiativen im Bereich Mozart sind selbstverständlich eine Bereicherung und sehr willkommen. Damit aber das Profil klar erkennbar bleibt, muss die Gesamtsteuerung in der Hand der Stadt liegen. Reiner Erben: „Wir freuen uns über alle, die hier Events und Festivals mit Künstler/-innen mit großen Namen anbieten. Es kann aber nicht die Aufgabe der Stadt sein, diese zu bezuschussen. Die zentrale Funktion der Stadt ist im Bereich Dachmarke Mozart auch die Vernetzung mit den anderen Mozartakteuren, insbesondere mit dem Leopold-Mozart-Zentrum der Universität Augsburg. Dieses Zentrum wurde in Nachfolge der Aufspaltung der Musikhochschule Nürnberg/Augsburg mit Unterstützung des Freistaats gerade wegen der Mozart-Vergangenheit von Augsburg gegründet. Nur in der Zusammenarbeit aller, kann die Mozartstadt Augsburg ihren Ruf nach außen wahren und verstärken. Die Stadtregierung hat eine übergeordnete kulturpolitische Aufgabe. Dass sie diese wahrnimmt, ist zur Zeit nicht erkennbar.“

Iris Steiner  aus Augsburg schrieb am Donnerstag, 01.08.13. 12:27:
Eine Stärkung des Mozartprofils für Augsburg ist ein absolut wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Wir sind immerhin die EINZIGE deutsche Mozartstadt - das scheint noch nicht in allen Köpfen angekommen zu sein! Eine Dachmarke wäre absolut wünschenswert -und dass die Leitung in städtischer Hand bleibt, ist wahrscheinlich auch nicht der größte Konfliktpunkt. Vielmehr sollte man die öffentliche Diskussion über die sinnvolle Verwendung von Steuergeldern wenigstens zulassen und in diesem Zusammenhang auch etwas mehr die Wünsche des Augsburger Publikums im Blick behalten. Es ist ein wenig arrogant und klingt schwer nach Ausrede, zu behaupten, daß man für anspruchsvolle Inhalte kein Publikum findet, wenn die Konzerte schlecht verkauft sind. Hier muß auch erlaubt sein, die Kompetenz und Steuerungsfunktion der einzelnen Macher \"auf den Prüfstand zu stellen\". Die Mischung machts - und da ist ein konstruktiver Austausch ALLER Mozart- Akteure überfällig. Sonst kann man die städtischen Zuschüsse auch gleich zum Fenster rauswerfen !

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