Grüne begrüßen Aktionen zum Thema „Alltagsgefahr Cybermobbing“

Die GRÜNE Stadtratsfraktion begrüßt, dass das Augsburger Aktionsbündnis zum internationalen Tag „Nein zu Gewalt gegen Frauen“ sich dieses Jahr dem Thema „Alltagsgefahr Cybermobbing“ widmet.

Martina WildMartina Wild, Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN und frauenpolitische Sprecherin: „Cybermobbing ist eine weitere Form von Gewalt und Diskriminierung gegen Frauen und Mädchen. Beleidigung, Nötigung und Bloßstellung von Frauen und Mädchen findet dabei in neuer Verpackung im Internet, per email, in Chatrooms oder in sozialen Netzwerken statt. Systematisch anonymen Drohungen ausgesetzt zu sein, erschwert es Frauen und Mädchen, das Internet gleichberechtigt zu nutzen“.

Cybermobbing ist heute keine Ausnahmeerscheinung mehr. Insbesondere an Schulen tritt das Problem häufig zu Tage, da junge Menschen verstärkt über Soziale Netzwerke kommunizieren. Laut der JIM-Studie 2013 (Jugend, Information, (Multi-)Media) suchen 83 Prozent der 12- bis 19-Jährigen mindestens mehrmals pro Woche solche Plattformen im Internet auf. Hänseleien und Beleidigungen finden dabei nicht mehr nur im Klassenzimmer und auf dem Schulhof statt, sondern werden zudem noch ins Internet verlagert. Dort ist es besonders leicht, andere zum Opfer zu machen - denn die Täter wähnen sich sicher in der Anonymität des Netzes. Eine Umfrage des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik zeigt jedoch, dass auch Erwachsene von Cybermobbing betroffen sind. Zwölf Prozent der befragten Internet-Nutzer, die in mindestens einem Sozialen Netzwerk aktiv sind, waren in diesem Zusammenhang bereits Opfer von Mobbing und sexueller Belästigung. Bei den betroffenen handelt es sich vorwiegend um weibliche Nutzerinnen zwischen 14 und 39 Jahren. Bei den Opfern von Cybermobbing sind Frauen und Schülerinnen überrepräsentiert.

Martina Wild weiter: „Um hier gegenzusteuern sind Maßnahmen auf verschiedenen Ebenen nötig. Neben dem Gesetzgeber auf Bundesebene sind Arbeitgeber, Schulen, Kommunen, Polizei und Justiz aufgefordert tätig zu werden. Angefangen von Medienerziehung als verpflichtendes Schulfach, Schulungs– und Aufklärungskampagnen für Eltern, SchülerInnen, LehrerInnen und ArbeitgerberInnen, bis hin zur Einrichtung von Mobbingberatungsstellen“.

URL:https://gruene-augsburg.de/presse/presse-archiv/single-archiv/article/nein_zu_gewalt_an_frauen-8/archive/2015/november/