Die Grüne Stadtratsfraktion ist gegen eine Vorfestlegung der Stadt auf ein Gas –und Dampfkraftwerk (GuD), das die Stadtregierung in Lechhausen ansiedeln möchte. Reiner Erben: „Es ist erfreulich, dass eine Firma viel Geld in Augsburg investieren will. Wir sehen aber noch zu viele Fragen ungeklärt, als dass es jetzt schon eine Entscheidung geben kann. Uns ist wichtig, dass die Umweltstadt Augsburg eine Lösung findet, die ökologisch vorbildlich ist. Ob dies ein GuD sein kann, ist aus unserer Sicht derzeit noch nicht zu beurteilen.“

Die Energiewende muss vor Ort umgesetzt werden. Den Weg für Augsburg weist das Regionale Klimaschutzkonzept. . Martina Wild: „Wir brauchen auch in Augsburg Lösungen für den Fall, dass kurzzeitig Strom nicht durch Wind oder Sonne zur Verfügung gestellt werden kann. Wir wollen aber, dass für diesen Fall verschiedene Lösungskonzepte geprüft werden. Entscheidend ist hierbei, dass wir uns nicht in neue Abhängigkeiten begeben. Der größte Anteil an Erdgas kommt aus Russland, Erdgas ist endlich und bei Förderung, Transport und Verarbeitung entstehen große Mengen des Treibhausgases Methan und CO2. Ob es deshalb ökonomisch und ökologisch sinnvoll ist, ca. 500 Millionen € in diese Technologie zu investieren, ist für uns noch nicht geklärt“. In Augsburg arbeiten einige Firmen an den Fragen einer zukunftsfähigen Energieversorgung mit kleinen dezentralen Anlagen und dem wichtigen Thema der Energiespeicherung z.B. am Umwelttechnologie-Gründerzentrum oder bei MAN Diesel. Dieses Augsburger Know-How muss genutzt werden. Darüber hinaus müssen die Stadtwerke in die Umsetzung der Energiewende adäquat eingebunden werden.

Priorität hat für die Grünen deshalb eine komplette Stromversorgung der Region mit regenerativen Energien und mit dezentralen kleinen Anlagen. Reiner Erben: „Das Erneuerbare Energie-Einspeise-Gesetz (EEG) muss erhalten bleiben, denn nur mit diesen stabilen gesetzlichen Rahmenbedingungen kann und muss die Energieversorgung dezentralisiert werden. Dadurch wird eine enorm hohe Wertschöpfung in der Region in Gang gesetzt. Dieses darf nicht dadurch gefährdet werden, dass ein großes teures und hoch subventioniertes Kraftwerk, das fossile Energie aus anderen Ländern bezieht, den Strom produzieren soll und dadurch den Anreiz mindert, hier vor Ort weitere Anstrengungen der Energiewende vorzunehmen.“

Aus diesen Gründen will die Grüne Fraktion eine inhaltliche Auseinandersetzung über den Bau der Anlage. Martina Wild: „Wir müssen gemeinsam genau abwägen, welche Maßnahmen eine nachhaltige Energiewende voranbringen. Deshalb muss die Stadtregierung Formen der Diskussion und Beteiligung zu dieser Frage anbieten. Und die Bürgerinnen und Bürger müssen eingebunden werden. Informationen in nichtöffentlichen Sitzungen des Stadtrats reichen dazu nicht aus.“

Verantwortlich: Reiner Erben und Martina Wild

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