Zum Internationalen Frauentag am 8. März fordern die Vorsitzende der Augsburger GRÜNEN Melanie Hippke und die Vorsitzende der Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die GRÜNEN Martina Wild, Frauen eine starke Stimme in Europa zu geben.

„Vor 100 Jahren konnten Frauen in Bayern erstmals wählen, vor 70 Jahren wurde die Gleichberechtigung von Frauen und Männern – nach heftigem Widerstand der Männer - in das Grundgesetz aufgenommen und erst seit 1977 gibt es keine gesetzlich vorgeschriebene Aufgabenteilung in der Ehe mehr. Die aktuelle #MeToo – Kampagne und Proteste gegen Sexismus und Diskriminierung, die Unterrepräsentanz von Frauen in Politik und Führungspositionen zeigen, dass wir hier noch lange nicht am Ziel sind und dass es oft nur sehr langsam vorangeht auf dem Weg zu echter Gleichberechtigung. Denn Gleichstellung folgt keinem Automatismus, sondern muss immer wieder erkämpft und verteidigt werden. Das erfordert Mut zur Auseinandersetzung, zum Konflikt ebenso zu Solidarität und Zusammenhalt unter den Frauen als auch zwischen Frauen und Männern.

Deswegen setzen wir am 8. März ein Zeichen.

Martina WildDieser Weltfrauentag ist wichtig, um auf die Probleme der Frauen hinzuweisen und diese Probleme gemeinsam anzupacken. Denn in Augsburg, Bayern, Deutschland und Europa ist noch viel zu tun, um von Geschlechtergerechtigkeit sprechen zu können. Noch immer verdienen Frauen weniger als Männer – in Deutschland klaffen die Löhne weiter auseinander als in den meisten anderen EU-Staaten. Um das zu ändern, fordern wir gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit, deutschland- und europaweit, insbesondere für Care-Berufe. So lässt sich auch einer drohenden Altersarmut begegnen, die zum größten Teil Frauen betrifft.

Der Frauenanteil von Führungspositionen in Unternehmen und Vorständen in Europa liegt bei etwa einem Drittel – in Deutschland sind es sogar noch weniger. Wir brauchen eine Frauenquote in Aufsichtsräten und Vorständen bis die Parität erreicht ist. Wir brauchen gleichzeitig ein gutes Angebot zur Kinderbetreuung, mit dem sich Beruf und Familie vereinbaren lassen.

Frauen werden in ihrer körperlichen Selbstbestimmung eingeschränkt: die Entführung von Schulmädchen in Nigeria, die Bedrohung durch Genitalverstümmelung, Gewalt und Zwangsheirat, auch in Europa hat jede dritte Frau physische oder sexuelle Gewalt erfahren. Mit der Istanbul-Konvention gibt es erstmals ein für den europäischen Raum völkerrechtlich bindendes Instrument zur Bekämpfung von Gewalt.

All diese Beispiele zeigen: Es braucht endlich eine entschlossene Gleichstellungspolitik. Wir fordern, dass Frauen und Männer gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Gleichstellung erfahren. Mehr Frauen brauchen wir auch endlich auf den politischen Bühnen dieses Landes. Denn 100 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts sind wir immer noch weit entfernt von der Hälfte der Macht. Von 205 Abgeordneten im bayerischen Landtag sind gerade einmal 55 Frauen, von 54 Oberbürgermeistern in Bayern gerade einmal drei Frauen. Ganz gleich, ob wir nach Europa schauen, in den bayerischen Landtag oder in unseren Gemeinde-/Stadtrat: Frauen sind in diesen wichtigen Positionen in der Minderheit. Das muss sich ändern.

Wir setzen uns dafür ein, dass sich mehr Frauen in Augsburg in die Kommunalpolitik einbringen – mindestens 50%. So schaffen wir es, dass Frauen ab 2020 gleichberechtigt Einfluss darauf nehmen, wie wir in unserer Stadt leben wollen. Eine gerechte Politik kann es nur geben, wenn Frauen und Männer gleichberechtigt mitgestalten.

Dafür setzen wir uns ein, in Augsburg, in Bayern und in Europa.“

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