Konkrete Maßnahmen und neue Wege bei Wohnungsnot und Obdachlosigkeit von Frauen sind dringend nötig

Anlässlich des Internationalen Frauentags kritisieren die GRÜNEN, dass Frauen nach wie vor am stärksten von Armut und angesichts des knappen Angebots an günstigem Wohnraum damit auch in zunehmenden Maße von Wohnungsnot und Obdachlosigkeit betroffen sind.

Martina Wild, Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN Stadtratsfraktion: „Der Grund, warum viele Frauen in Wohnungsnot und Obdachlosigkeit geraten, ist, dass Frauen in Deutschland immer noch deutlich weniger verdienen als Männer. Aufgrund der hohen Prozentzahl von Frauen in Teilzeit- und geringfügigen Beschäftigungen haben sie kleinere Renten, so dass Altersrenten von Frauen um mindestens die Hälfte niedriger sind als die von Männern; Alleinerziehende, die ihren Job verlieren oder wegen der Kinder gar nicht erst eine Anstellung bekommen, sind ebenfalls besonders von Armut bedroht. Sie alle brauchen günstigen Wohnraum - und der ist zunehmend knapp“.

Aber nicht nur die prekäre wirtschaftliche Situation kann Frauen zu Wohnungsnotfällen werden lassen. In Fällen häuslicher Gewalt sind Frauen und Kinder in der Regel die Opfer. Finanzielle Abhängigkeit, Angst vor dem Täter, das Gefühl der Verantwortung und vieles mehr erschweren die Loslösung aus einer Gewaltbeziehung.

Stephanie Schuhknecht, stellvertretende Fraktionsvorsitzende: “Frauen, die auf der Straße leben, neigen stärker dazu, ihre Not zu vertuschen und achten noch mehr als Männer darauf, dass man ihnen die Obdachlosigkeit nicht ansieht. Obdachlose Frauen sind körperlicher und sexueller Gewalt oft schutzlos ausgeliefert. Sie sind Einzelgängerinnen, aber keine Einzelfälle. Nach Schätzungen sind heute bereits 25 % der Obdachlosen weiblich.“

Martina Wild weiter: “Diese Faktenlage macht deutlich, dass Wohnungsnot von Frauen nicht aus dem Zusammenhang von Armut, Gewalt und Abhängigkeiten herausgelöst werden kann. Deshalb brauchen wir Konzepte, Projekte und konkrete Maßnahmen, die die Ursachen von Obdachlosigkeit bekämpfen, die Hilfen bieten aus der Obdachlosigkeit zu entkommen und die die Situation von obdachlosen Frauen zumindest verbessern und ihnen etwas Sicherheit geben.“

Deshalb begrüßen und unterstützen die GRÜNEN ausdrücklich Projekte wie die Einrichtung einer Frauenpension und die bereits engagiert betriebenen Projekte von sozialen und kirchlichen Organisationen wie beispielsweise vom SkF oder den Frauentreffpunkt Lea in Oberhausen.  Die GRÜNE Fraktion erneuert aber auch ihre Forderung nach mehr sozialem Wohnungsbau, mehr Schutzräumen für obdachlose Frauen sowie einen Ausbau der Beratungs- und Hilfsangebote.

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