Zu den Entwicklungen rund um die Friedens- und Konfliktforschung an der Universität Augsburg erklärt die Augsburger Bundestagsabgeordnete Claudia Roth:

Claudia Roth

„Ich bedauere die Entscheidung des Instituts für Sozialwissenschaften mit der Umwandlung des bisherigen Masterstudiengangs „Sozialwissenschaftliche Konfliktforschung“ künftig auf den Bereich „Friedens- und Konfliktforschung“ an der Universität Augsburg als Schwerpunkt zu verzichten. Seit seiner Einführung im Wintersemester 2008/2009 hat der Studiengang aufgrund seines hohen Renommees und der Exzellenz der dort lehrenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bundesweite Aufmerksamkeit erfahren und zahlreiche Studierende nach Augsburg gelockt. In der bayerischen Hochschullandschaft war der Augsburger Studienschwerpunkt „Friedens- und Konfliktforschung“ in dieser Form einmalig und stand gerade der Friedensstadt gut zu Gesicht.

Für die Stadt Augsburg war dieser Studiengang eine Bereicherung, denn die Studierenden und Mitarbeiter des Lehrstuhls haben sich an den kulturellen Aktivitäten der Friedensstadt intensiv beteiligt. Diese einmalige Synergie aus wissenschaftlicher und zivilgesellschaftlicher Zusammenarbeit wird Augsburg fehlen.

Vor etwa 10 Jahren stand die gesamte Politikwissenschaft in Augsburg vor dem Aus. In einem Kraftakt von Professorinnen und Professoren sowie den Studierenden der Universität gelang es gemeinsam mit der Stadtregierung und den politischen Parteien, den Schwerpunkt „Friedens- und Konfliktforschung“ an der Universität Augsburg zu verankern und somit der Politikwissenschaft in Augsburg eine Zukunft zu geben.

Vor diesem Hintergrund bleibt es unverständlich, warum die aktuelle Umwandlung des Masterstudiengangs „Sozialwissenschaftliche Konfliktforschung“ ohne Dialogangebot an die Lehrenden und Studierenden sowie die gesamte Stadtgesellschaft erfolgt ist und auch keine Rücksprache mit städtischen Gremien gesucht wurde.“

Christine Kamm, Augsburger Landtagsabgeordnete erklärt dazu:

„Ich wünsche mir, dass in der Friedensstadt Augsburg das Thema Frieden weiterhin in Forschung und Lehre prominent vertreten ist. Konfliktforschung ist ein Teil davon. Und nichts ist in dieser Zeit wichtiger, als sich mit den Ursachen von Kriegen  und den Voraussetzungen von Frieden zu erforschen.“

Stephanie Schuhknecht, Stadträtin und Aufsichtsrätin der Augsburg Innovationspark GmbH ergänzt:

Stephanie Schuhknecht„Für uns Grüne ist wichtig, dass bei der Entwicklung der Augsburger Innovationsparks auf eine enge Verzahnung von technischen Innovationen und damit zusammenhängenden gesellschaftspolitischen Fragestellungen geachtet wird. Hier spielen Schlagworte wie Technikfolgenabschätzung, Ressourceneffizienz und die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen eine wichtige Rolle.

Die Friedens- und Konfliktforschung an der Universität Augsburg kann und sollte hier ein enger Kooperationspartner des Innovationsparks sein, um die in der Präambel des Innovationsparks geforderten Impulse für eine nachhaltige und zivile Entwicklung der Gesellschaft geben zu können. Dieses Alleinstellungsmerkmal gilt es auch in Zukunft zu sichern und weiter auszubauen."

 

 

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