Die Kunst- und Kulturszene ist einer der am stärksten von der Pandemie betroffenen Bereiche. Vor kurzem durften Kulturschaffende noch hoffen, ihr Publikum mit Musik, Theater und Kunst zu bereichern - nun sind wir mit den steigenden Zahlen wieder alle vor vollendete Tatsachen gestellt. Gerade deshalb ist es wichtig, notwendige Schritte einzuleiten, die der lokalen Kunst- und Kulturszene nicht nur punktuell unterstützen, sondern auch längerfristig eine Förderstruktur und mehr Sichtbarkeit bieten und die Stadtteilkultur noch mehr fördert. Mit den bisher stattgefundenen Hearings mit Kulturschaffenden und anderen Formaten hat die Stadt Augsburg den richtigen Weg eingeschlagen. Denn es braucht den Dialog mit den Betroffenen, um deren Belange und Bedarfe zu erfahren, um weitere zielführende Schritte gehen zu können. 

Verena von Mutius-Bartholy, Fraktionsvorsitzende und kulturpolitische Sprecherin der Stadtratsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: “Augsburg ist Kulturstadt. Nicht nur wegen dem Staatstheater und dem UNESCO Welterbe, sondern vor allem auch wegen einer lebendigen und sehr kreativen freien Kulturszene! Darauf können wir als Stadt sehr stolz sein und deshalb ist es uns wichtig, dass wir den Kulturschaffenden dies auch vermitteln, ihnen niedrigschwellige Unterstützung bieten und unsere Kultur nach Außen hin entsprechend präsentieren  - auch in Nicht-Pandemie-Zeiten. Vor allem aber soll unser Antragspaket die schon in unserem Koalitionsvertrag verankerte Vernetzung und Kooperation zwischen städtischen und nicht-städtischen Festival- oder Kulturveranstaltungsformaten forcieren, die Förderung der Stadtteilkultur angehen und damit vielschichtige, interkulturelle und niedrigschwellige Beteiligung ermöglichen.”

Kultur in Augsburg soll sichtbarer werden - im Digitalen sowie vor Ort. Deshalb beschäftigt sich ein Antrag mit einer neuen Website und einer möglichen Kulturzentrale. Die Website soll als digitale Plattform und “Schwarzes Brett” für Kulturschaffende dienen, Vernetzung und Beteiligungsprojekte ermöglichen und Beratungsstellen und -hilfen aufzeigen. 

Bei der Website sowie in einer Kulturzentrale können sich wiederum Synergien und neue Projektideen aus dieser Vernetzung ergeben. Zudem kann die Kulturzentrale eine direkte Veranstaltungsbewerbung, Ticketverkauf zulassen und als Raum für Kulturveranstaltungen genutzt werden. 

“Ein weiterer Antrag, der uns sehr wichtig ist, soll die Stadtteilkultur mehr fördern und ausbauen. Wir wollen kulturelle Vielfalt sichtbar machen und Teilhabe ermöglichen. Stadtteilkultur schafft nicht nur Identifikation mit der eigenen Stadt und dem eigenen Stadtviertel, sondern auch generationsübergreifende und interkulturelle Begegnungen. Je mehr Kultur, Kreativität und damit Lebensqualität ein Stadtviertel hat, desto beliebter ist es! Deshalb unterstützen wir den bisher eingeschlagenen Weg der Verwaltung, Stadtteilgespräche durchzuführen, um Belange und Ideen mitzunehmen,” so Leo Dietz, Fraktionsvorsitzender der CSU. 

Kunst- und Kultur brauchen angemessenen und bezahlbaren Raum für ihr Wirken. In der aktuellen Pandemie-Situation wird oft pauschal der Erlass von Mieten in städtischen Gebäuden gefordert. Um die Sachlage ganzheitlich beurteilen zu können, ist im Antragspaket deshalb u.a. eine Prüfung und Darstellung bezüglich der Mieten in städtischen und von der Stadt angemieteten Räumlichkeiten vorgesehen. Unabhängig davon soll die Stadt Augsburg sich Gedanken machen, wie in Zukunft eine Förderung von Künstler*innen und Kulturschaffenden in Augsburg ermöglicht werden kann, z.B. über eine Atelierförderung oder Crowdfunding-Plattformen. 

Die Anträge im Wortlaut:

Förderung der Stadtteilkultur

Kultur braucht mehr Sichtbarkeit

Kultur braucht eine Förderstruktur

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