Leo Kränzle schrieb am Mittwoch, 30.11.16. 11:00:
Widerstand gegen Osttangente kommt spät, wahrscheinlich zu spät. Politische Forderungen müsste wesentlich früher ansetzen.
Als sich vor ca. 2 Jahren mit BMW erneut ein Logistikdienstleister auf dem Lechfeld ansiedeln wollte, war es allein die FW Fraktion im Kreistag Augsburg, die Zweifel übte am fortgesetzten Ausbau der sogenannten Clusterregion Schwaben. Mittlerweile steht mit Hermes ein weiterer sogenannter Logistiker in der Warteschlange für einer Ansiedlung. Meine Anregung an die Kreistagsfraktion der Grünen, sich den kritischen Überlegungen der FW anzuschließen oder eigene konzeptionelle Überlegungen zur Entwicklung der Wirtschaftsregion anzustellen, hat man bislang ignoriert. Selbst der Diffamierung der FW („Neidhammel“) durch Landrat Sailer ist man nicht entgegengetreten.
Jetzt preist die Regio Augsburg GmbH lautstark die Errungenschaften eines Logistik Vierecks zwischen A8, A7, A96 und B17und die Stärken eines „Suppply Chain“ in Schwaben. Wen wundert also den durch Lobbyverbände und CSU vorangetriebene Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, bei der Naturschutzinteressen unter die Räder kommen.
Das Aktionsbündnis A-KO warnt vor drastischer Verkehrszunahme, überregionalem Transitverkehr, mehr Lärm und mehr Abgasen und weiterer Ansiedlung von Großgewerbe und Industrie. Doch diese Folgen sind schon längst eingetreten und werden durch die gegenwärtige Wirtschafts- bzw. Ansiedlungspolitik auf dem Lechfels weiter forciert.
Die Folgen können die Anlieger der überlasteten B17 in Stadtbergen und im westlichen Teil Augsburg täglich spüren. Auch die Pendler auf der B17 in Richtung der kaum durch ÖPNV erschlossenen Arbeitsplätze können ein Lied von Staus im morgendlichen Berufsverkehr singen.
Was also tut Not? Rechtzeitig und vor allem Politikfeld und Kreisverbände übergreifend absehbare Entwicklungen und Folgen einer ungezügelten Wachstums bestimmter Branchen abschätzen und wesentlich früher Alternativen für die Bürger der Großregion auf die Tagesordnung setzen. Also mehr Zusammenarbeit zwischen Stadtverband und den Landkreisverbänden.
Die Lobbyisten tun das schon längst und haben mit der aus Steuermitteln geförderten Regio Augsburg Wirtschafts GmbH auch noch ein Sprachrohr in ihrem Sinn. Die jetzige Situation gleicht der Geschichte von Hase und Igel, wobei den Grünen die Rolle des Hasen zufällt.
Gibt es noch Hoffnung? Ja, denn der jüngste Bericht über die gemeinsam von Grünen aus Stadt und Land formulierten Ansprüche an ein überregionales Radverkehrskonzept macht Mut und weist in die richtige Richtung.
Peter Rauscher aus Augsburg schrieb am Mittwoch, 30.11.16. 17:16:
Lieber Leo, vielen Dank für dein Kommentar. Der Widerstand gegen die Osttangente reicht schon etwas länger zurück. Die Grünen aus Augsburg-Land, Aichach-Friedberg und Augsburg-Stadt gehören zudem dem Bündnis A-KO - Aktionsbündnis keine Osttangente an, über welches wir einige Aktionen in der Vergangenheit organisiert haben. Der Widerstand hält also schon einige Zeit an, die Augsburger Grünen haben zudem einen Parteibeschluss der die Osttangente einstimmig ablehnt, dieser ist bereits zwei Jahre alt. Wir hatten neben politischen Forderungen und Anträgen in Gremien und Parlamenten auch jede Menge Pressearbeit und Aktionen vor Ort. Von Konzerten über Ortsbegehungen bis Unterschriftensammelaktionen und Infoständen. Anton Hofreiter, Katrin Göring-Eckardt, Claudia Roth, Valerie Wilms uvm. waren hier an der Osttangente vor Ort um uns zu unterstützen. Die Osttangente wurde dank dem Grünen Widerstand bis in den Bundestag getragen. Diese PM war eine Bekräftigung unserer Forderung, aber sicherlich nicht das Maß unserer Arbeit. Wir bleiben weiter dran um diese Mamutstraße noch zu verhindern.

Liebe Grüße,

Peter Rauscher

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