Reiner Erben

Die Grüne Stadtratsfraktion hält das jetzt gestartete Bürgerbegehren für falsch. Vorsitzender Reiner Erben: „Ein Erfolg des Bürgerbegehrens würde den ÖPNV in Augsburg um Jahrzehnte zurückwerfen. Die vorgeschlagenen Lösungen wären ein Rückschritt für den ÖPNV und für die Stadtentwicklung und würden die Stadt große Millionenbeträge kosten, da nichts davon förderfähig und die Gesamtförderung der Mobilitätsdrehscheibe mit dem gerade fertiggestellten Kö-Umbau gefährdet wäre. Wir bitten deshalb die Bürger/-innen, im Interesse der Gesamtstadt das Bürgerbegehren nicht zu unterschreiben.“

Das Ziel des Bahnhofumbaus ist die längst überfällige Verzahnung von Fernverkehr und Nahverkehr. Die stellvertretende Vorsitzende Martina Wild: „In Zukunft können die Reisenden mit zwei Rolltreppen oder mit Aufzügen von den Bahngleisen zur Tramhaltestelle kommen. Mit den Plänen der Tunnelgegner müssten sie durch einen Tunnel zu einer unterirdischen Haltestelle gehen. Das wäre unbequem und würde die Umsteigezeiten verlängern.“

Ein weiteres wichtiges Element des Bahnhofumbaus ist der Westzugang. Reiner Erben: „Wir kämpfen seit über 20 Jahren dafür, dass die Menschen aus den westlichen Stadtteilen, vor allem aus Pfersee und aus dem Thelott-Viertel direkt vom Westen in den Bahnhof und direkt zu den Gleisen kommen können. Das würde vielen Pendlern den Weg durch die Pferseer Röhre ersparen und somit Verkehr vermeiden.“

Aus Sicht der Grünen ist die jetzige Konfliktsituation auch deshalb entstanden, weil die Stadtregierung die Entscheidung zu lange hinaus gezögert hat, wie der Verlauf der Linie 5 nach der Tunnelausfahrt sein wird. Reiner Erben: „Wir haben darauf gedrängt, dass endlich der Architektenwettbewerb für den westlichen Tunneleingang gemacht werden soll. Denn wenn klar ist, dass dort eine urbane und großzügige Lösung mit einer Verringerung des Autoverkehrs entsteht, wird deutlich, dass das Thelott-Viertel durch die Linie 5 gewinnen kann. Und dann ist eine ähnlich positive Entwicklung möglich wie bei der Akzeptanz des Kö-Umbaus, wo die Vorteile jetzt für jedermann sichtbar werden.“

Nicht ausgegoren sind auch die Verkehrspläne des Bürgerbegehrens. Offensichtlich ist geplant, den Autoverkehr zumindest teilweise aus dem Pferseer Tunnel zu sperren. Reiner Erben: „Die ganzen Überlegungen, die bis jetzt bekannt sind, führen zu keinerlei Verkehrsreduzierungen, da sie den ÖPNV eher unattraktiver machen. Würde dann die Pferseer Röhre in je eine Richtung gesperrt, würden wir den Verkehr an anderen Stellen, auch im Thelott-Viertel erhöhen und mehr Verkehr erzeugen, da die Autofahrer/-innen große Umwege fahren müssten. Das kann nicht das Ziel von Stadtentwicklung sein.“

Verantwortlich: Reiner Erben, Martina Wild

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