Christine Kamm

Kindergelderhöhungen kommen bei armen Familien nicht an - Christine Kamm: 16,5 Prozent der Augsburger Kinder dürfen nicht leer ausgehen

„Wenn die schwarz-gelbe Regierung eine Milliarde an Steuermitteln für Kinder ausschüttet, so hätte ich erwartet, dass damit zumindest die Kinder profitieren, die am meisten auf Unterstützung angewiesen sind", so die grüne Landtagsabgeordnete Christine Kamm. „Zudem fürchten bayerische Kommunalhaushalte Steuerausfälle von 280 Millionen Euro wegen des Gesetzes. Im schlimmsten Fall sparen dann die Kommunen im Bildungs- und Sozialbereich, was wiederum die ärmsten am härtesten trifft."

Soziale Lage in Augsburg
Nach Daten der Arbeitsagentur leben in Augsburg 5611 Kinder unter 15 Jahren in Haushalten mit Sozialgeldbezug, das sind 15,6% aller Kinder dieser Altersgruppe in Augsburg. Geld für den Sportverein, Musikunterricht, Nachhilfestunden, Kino oder Theater ist bei 246 Euro monatlich für Kinder bis 14 Jahre nicht drin. Schon jetzt spüren die Lehrerinnen und Lehrer in den Schulen, dass es vielen Kindern nicht möglich ist, das Geld für übliche Schulaufwendungen, vom Kopiergeld bis zum Schulausflug zu bezahlen.

Warum profitieren am meisten wohlhabende Familien?
Laut des neuen Gesetzentwurfs der schwarz-gelben Bundesregierung soll das Kindergeld um 20 Euro steigen und der Kinderfreibetrag von derzeit 6024 Euro auf 7008 Euro erhöht werden. Besser verdienende Eltern werden dadurch um rund 40 Euro pro Monat entlastet, während „Normalverdiener" nur 20 Euro mehr auf dem Konto haben.

Besonders ungerecht gestaltet sich die Lage bei den 1,8 Millionen Kindern aus Hartz IV-Familien: sie gehen komplett leer aus, da das Kindergeld mit dem Arbeitslosengeld II verrechnet wird. Somit vergrößert das neue Gesetz nur noch weiter die Schieflage zwischen armen und wohlhabenden Kindern.
Dazu Kamm: "Die 5611Augsburger Kinder, die in sozialgeldbeziehenden Familien leben, haben von den hübschen Plänen der Regierung garnichts. Wir brauchen endlich eine bedarfsgerechte Kindergrundsicherung, damit jedes Kind in Deutschland eine Zukunft bekommt."

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