
Beruf:
Lehrerin an einem Gymnasium (Englisch & Geschichte)
Kommunales Ehrenamt:
Vorsitzende des Integrationsbeirats
Lieblingsort in Augsburg:
Ich habe nicht den einen Lieblingsort. Wer wie ich hier aufwächst, zur Schule geht und dann auch noch an der Uni Augsburg Geschichte studiert, merkt schnell: Unsere Stadt ist so richtig, richtig schön, kulturell und religiös gesegnet, hat Unternehmergeist und ist weltpolitisch geprägt.
Über Augsburg denke ich gerne nach in der Altstadt und in der Kresslesmühle, an der Kahnfahrt, am Rathausplatz, an der Stadtmauer und kulinarisch vor allem in Oberhausen.
Was möchtest Du in Augsburg voranbringen?
Augsburg ist eine vielgesichtige Stadt, und das ist eine große Stärke. Aber Vielfalt allein reicht nicht. Sie muss vertreten, gehört und eingebunden werden. Wer unterschiedliche Lebensrealitäten und Bedürfnisse ernst nimmt, muss politische Prozesse und Angebote integrativer, ganzheitlicher und weitsichtiger gestalten. So geht nachhaltige Demokratie.
Wer mitentscheiden kann, wo und wie ein Kinderspielplatz in der Nachbarschaft entstehen soll, fühlt sich auch verantwortlich für sein Viertel und als Teil der Gesellschaft. Damit diese Teilhabe gelingt, braucht es aktive gesellschaftliche Integration und Strukturen, die diese ermöglichen – auch im Blick auf Demokratiefeinde und Extremisten!
Ich möchte, dass alle sagen: Meine Stadt, mein Recht, meine Verantwortung.
Wir Augsburgerinnen und Augsburger sind sehr engagiert. Vereine und Communities prägen unsere Stadtteile, sind aber oft nicht sichtbar. Genau das möchte ich ändern und mich für die Erweiterung der Antidiskriminierungsstelle einsetzen.
Unsere Stadt-migrations-geschichte und (Sub-)Kulturprogramme verdienen die Perspektiven aller Augsburgerinnen und Augsburger. Sie müssen einbezogen, weiterentwickelt und wertgeschätzt werden. Unsere Kommune muss gerade jungen Menschen in ihrer Vielfalt – als Zukunft Augsburgs – Perspektiven und eine Stimme geben; ganz im Sinne Europas, das in Augsburg deutlich sicht- und erlebbarer werden muss.
Unsere Stadt-Demokratie braucht junge Stimmen – Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene, junge Familien. Deshalb setze ich mich für die Unterstützung des Ehrenamts, für konsumfreie Orte sowie für erschwingliche Beteiligungs- und Bildungsformate ein.
Welche Erfahrung prägt deine politische Haltung am stärksten?
Als gebürtige Augsburgerin bin ich in unsere Stadt vernarrt – mit all ihren Ecken, Herausforderungen und Möglichkeiten. Ich habe Tiefen erlebt: die zermürbende „Asylzeit“ meiner Familie, ungerechte Bildungschancen, fehlende Teilhabe, Ablehnung, unfreundliche Verwaltung. Aber ich habe auch Höhen gespürt: Solidarität und Gemeinschaft in Zeiten der Pandemie, nach Anschlägen, im Krieg, nach dem Erdbeben oder nach persönlichen Hassattacken. Diese Erfahrungen haben mich stark geprägt: Ich weiß, wo unsere Stadt sensibel ist. Und ich weiß, wo wir sie weiterentwickeln und bewahren müssen.
Was ist gar nicht GRÜN an dir?
Hmmm… 😊