Gegen die Normalisierung von Rechtsextremismus GRÜNE OB-Kandidatin Martina Wild kritisiert AZ-Podiumseinladung der AFD – Haltung zeigen, statt das Feld zu räumen

Martina Wild, GRÜNE OB Kandidatin:

„Die Entscheidung der Augsburger Allgemeinen, eine Partei auf das Podium einzuladen, die vom Verfassungsschutz in Bayern als rechtsextremistisches Beobachtungsobjekt eingestuft wird, halte ich für grundfalsch. Im Rahmen vieler Podiumsdiskussionen unterschiedlichster Akteure unserer Stadtgesellschaft in den letzten Wochen hat die AZ damit ein ganz anderes Alleinstellungsmerkmal. Wer Kräften, die unsere demokratischen Institutionen aushöhlen wollen, eine gleichberechtigte Bühne bietet, verharmlost deren Gefahr für unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt. Dennoch werde ich nach reiflicher Überlegung an dieser Podiumsdiskussion weiterhin teilnehmen.

Meine Gründe für diesen Schritt sind klar:

Eine Brandmauer baut man nicht, indem man den Raum verlässt, sondern indem man klare Grenzen zieht. Ich werde auf dem Podium Fakten gegen die Desinformation, gegen Hass und Hetze setzen und – als grüne OB-Kandidatin und als Augsburgerin ein Gegengewicht zu den menschenfeindlichen und haltlosen Behauptungen der AfD sein.“

Dr. Hannah Judith und Markus Schnitzler (Sprecher*in der GRÜNEN Partei Augsburg):

 Schutz der kommunalen Debatte:

„Wir unterstützen die Entscheidung unserer OB-Kandidatin Martina Wild, an der Podiumsdiskussion der Augsburger Allgemeinen teilzunehmen. Es ist gerade jetzt wichtig, dem offen rassistischen Weltbild der AFD zu widersprechen und dagegenzuhalten.

Die Entscheidung der Augsburger Allgemeinen, der AFD diese Plattform zu bieten, halten wir für absolut falsch. Die Podiumsdiskussion der reichweitenstärksten Regionalzeitung ist ein wichtiger Ort für die Demokratie. Dass dort nun eine Partei sitzt, die in Bayern vom Verfassungsschutz seit 2022 beobachtet und in fünf Bundesländern als gesichert rechtsextrem eingestuft wird, ist ein fatales Signal. Damit wird die AfD als eine demokratische Partei legitimiert, die sie durch ihr rassistisches Weltbild und ihre autoritären Gedankengänge nicht ist. Wir werden uns auch weiterhin auf jeder Ebene für ein AfD-Verbotsverfahren einsetzen.“

Hintergrund: Am Sonntag, den 1. März, lädt die Augsburger Allgemeine zu einer Podiumsdiskussion zur Kommunalwahl mit vier OB-Kandidierenden ein. Im Gegensatz zur Süddeutschen Zeitung, die für ihre Veranstaltung in München ein Triell mit den Kandidaten der drei größten demokratischen Parteien organisierte, hat die Augsburger Allgemeine zusätzlich den Vertreter der AfD auf das Podium geladen.