#8 – Serdar Akin

Alter:

Beruf:

Informatiker

Kommunales Ehrenamt:

Stadtrat

Lieblingsort in Augsburg:

Ehrlich gesagt ändert sich mein „Lieblingsort“ in der Stadt immer wieder im Laufe der Jahre, der Jahreszeiten und auch je nach persönlicher Stimmung. Aktuell würde ich aber vielleicht die „Stadtbücherei“ nennen. Wir haben mit ihr mitten in der Stadt einen unglaublich tollen Ort der Bildung, des Lernens und Lesens, den ich aus Augsburg nicht wegdenken möchte und für den ich mich so gern ins Zeug lege, damit er weiterentwickelt wird. 

Die Stadtbücherei öffnet Perspektiven, ist innovativ und bietet großartige Angebote wie die „Bibliothek der Dinge“, die „Human Library“ oder die diversen Tauschbörsen. Sie ist ein Ort der Begegnung, der Neugier und des Austauschs für Menschen jeden Alters. Gerade in einer Zeit, in der Zusammenkommen und Dialog wichtiger denn je sind, öffnet die Stadtbücherei Tür und Tor dafür. Am liebsten würde ich viel, viel öfter vorbeischauen, Bücher ausleihen, lesen, Neues entdecken oder einfach dort Zeit verbringen. Für mich ist die Stadtbücherei deshalb nicht nur ein Gebäude mit Büchern, sondern ein echter Schatz für Augsburg. 


Was möchtest Du in Augsburg voranbringen?

Ich möchte, dass Augsburg eine Stadt ist, in der sich jeder Mensch gesehen und gehört fühlt. Eine Stadt, in der Herkunft, Geldbeutel oder Familie nicht darüber entscheiden, wie gut das Leben gelingt. Entscheidend ist nicht, wo ein Mensch herkommt, sondern wohin er will und wie er mit seinem Handeln unser gemeinsames Miteinander bereichert. Mein eigenes Aufwachsen zwischen verschiedenen Sprachen und Lebenswelten hat mir gezeigt, wie wertvoll unterschiedliche Perspektiven sind. Erst sie ergeben gemeinsam ein echtes Wir. Deshalb setze ich mich für faire Chancen durch Bildung, bezahlbares Wohnen, mehr gesellschaftlichen Dialog, starke soziale Strukturen in den Stadtteilen sowie eine Sport- und Vereinslandschaft ein, die wirklich offen für alle ist und Menschen zusammenbringt. Wo Dialog entsteht, werden Vorurteile verschwinden. Daran glaube ich fest. Politik darf in meinen Augen nicht abstrakt bleiben, sondern muss im Alltag der Menschen spürbar sein und jeden Tag zu konkreten Verbesserungen führen.

Welche Erfahrung prägt deine politische Haltung am stärksten?

Schon früh in meiner Jugendzeit haben mich rassistische Gewalt und die Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Nationalsozialismus politisiert. Sie haben mir deutlich gemacht, dass Demokratie und Menschenwürde keine Selbstverständlichkeit sind. „Nie wieder“ ist für mich kein Satz nur für Gedenktage, sondern ein täglicher Auftrag. Demokratie ist manchmal anstrengend und kompliziert, aber sie ist das Beste, was wir haben, und sie verdient unseren Schutz. Heute hingegen prägt mich besonders der direkte Kontakt mit Menschen vor Ort. Genau deshalb habe ich die Aktion „RENT-A-STADTRAT“ gestartet und gehe damit zu den Menschen. Wenn ich mit anpacke, zuhöre und Zeit teile, lerne ich die Lebensrealitäten der Menschen wirklich kennen. Diese Erfahrungen bilden für mich den Kern guter Politik. Politik bei den Menschen, Politik mit den Menschen, das ist mir wichtig, damit wir gemeinsam zu einer echten „Wir-Stadt“ zusammenwachsen. Ich glaube fest daran, dass Augsburg seine schönsten Tage noch vor sich hat.

Was ist gar nicht GRÜN an dir?

Ich bin kein Theoretiker, kein Gremienfetischist und keiner, der sich am letzten Nebensatz festbeißt. Ich glaube an Pragmatismus, ans gemeinsame und konkrete Anpacken und daran, dass wir Themen mutiger angehen müssen. Gleichzeitig gehört Ehrlichkeit für mich dazu und muss ehrlich zugeben, dass ich ein kleiner „Technik-Nerd“ bin. Ich probiere gern neue technische Geräte aus und investiere dafür wahrscheinlich hier und dort ein paar Euro zu viel, als es aus Sicht der Ressourcenschonung ideal wäre. Auch das ist nicht perfekt. Aber entscheidend ist es doch, auch aus eigenen Widersprüchen zu lernen, über sich selbst lachen zu können und den Blick für das Große und Ganze nicht zu verlieren. Noch etwas: Ich sollte wahrscheinlich öfter Fahrrad fahren.