1. Ideenwerkstatt: 23. Januar 2026 – Ergebnisse
Die nach ersten Testläufen im Herbst 2024 jetzt neu ins Leben gerufene Ideenwerkstatt soll ein Diskussionsforum außerhalb der üblichen Parteizirkel sein. Im Gespräch geht es darum, gemeinsam Ideen für aktuelle politische Themen zu finden. Geplant ist eine vierteljährliche Veranstaltungsreihe, die von einem kleinen Team organisiert wird.
Das Motto der ersten Veranstaltung Ideen für ein Grünes Augsburg – Klimaschutz und Klimaanpassung – was kann die Kommune, was der Einzelne tun? fand trotz der aktuell vielen Veranstaltungen vor der Kommunalwahl einen erfreulichen Anklang. Die Räumlichkeit stellte dankenswerterweise Dr. Andreas Hellman zur Verfügung.
29 Personen kamen zusammen und folgten den interessanten Ausführungen der Leiterin des Klimabeirats der Stadt, Prof. Dr. Christine Schwaegerl, über die Ergebnisse des Beirats sowie unserem Stadtrat und Referenten für Nachhaltigkeit, Umwelt, Klima und Gesundheit, Reiner Erben, der vor allem über die Erfolge und Hürden bei den für die Klimaanpassung wichtigen Baumpflanzungen referierte. Beiden sei an dieser Stelle nochmals herzlich gedankt!
Nach den Vorträgen bildeten sich kleine Arbeitsgruppen zu Unterthemen, die von jeweils einer Person moderiert wurden. Die Vorschläge wurden zum Abschluss vorgestellt und lauten stichpunktartig:
Was kann jeder Einzelne tun? (Moderation Andreas Hellmann)
- Persönlichen CO2-Fußabdruck berechnen und Einsparmöglichkeiten realisieren
- Wohnraumtemperatur anpassen (1 Grad weniger bedeutet 6 % weniger Energie)
- Wenn Auto, dann E-Auto und innerstädtisch möglichst Fahrrad und ÖPNV
- CO2-intensive Lebensmittel vermeiden (Lamm – Butter – Rind …)
- Urlaube ökologisch gestalten (zu Fuß, mit dem Rad, mit Öffis, wenig Flüge, …)
- Gegebenenfalls CO2 kompensieren, aber nicht mit Atmosfair & Co, sondern durch lokale Maßnahmen: Freiwillige Einzahlung von xx € pro Tonne CO2 in städtischen Fonds, mit dem etwa Baumpflanzungen finanziert werden
Klimaanpassung (Moderation Doris Huttner)
- Bei Neubauten unterirdische Reservoirs für Regenwasser anlegen
- In bestehenden Gärten Anlage von Zisternen in Eigenregie fördern
- Parkplätze entsiegeln, mit Rasensteinen statt mit Asphalt/ Beton befestigen
- Parkplätze mit Sonnenkollektoren beschatten (Anschluss von E-Ladesäulen)
- Anbringung von Sonnensegeln, wo Baumbepflanzung nicht möglich
- Bus-/ Straßenbahnhaltestellen begrünen (Dächer, Seitenwände, …)
- Fassaden- und Dachbegrünung fördern
- Fugengrün zulassen, „Unkraut, wildes Grün“ kühlt
- Baumpatenschaften fördern, auch für Kinder, und Startguthaben für Blumensamen bereitstellen
- Wo immer möglich, Blumenwiesen schaffen (Verkehrsinseln, Pflanztröge, …)
Mobilität (Moderation Rosi Schroll)
- Pushmaßnahmen zur Reduktion des individuellen Autoverkehrs um 50 %
- Straßenraumaufteilung analog zu den Niederlanden: Trennung von Auto, Fahrrad und Fußgängern; insbesondere baulich getrennte, breite Radwege
- Klare, einheitliche Standards für Fuß- und Radwege
- Grüne Welle für Fußgänger und Fahrrad: Prioritäten gegenüber Auto schaffen!
- Auto: generell Tempo 30 innerstädtisch
- Fußgängerzone in der Innenstadt vergrößern
- Vereinfachung der Fahrradmitnahme in Öffis und ÖPNV (inkl. Fahrkartenkauf)
- Barrierefreiheit und Sicherheit an Übergängen, Kreuzungen auch für Kinder und Menschen mit Handicap
- Datenbasierte Optimierung der Verkehrslenkung durch Erfassung von Verkehr, Unfällen, Wartezeiten; Pilotprojekt, dann Ausrollen auf ganze Stadt
- In Planungen alle Verkehrsteilnehmer:innen einbeziehen
Stadtentwicklung (Moderation Sabine Pfister)
- „Tegelwippen“ – ein Trend aus den Niederlanden. Danach versuchen Gemeinden und Städte im ganzen Land, zwischen März und Oktober möglichst viele Pflastersteine und Fliesen durch Grünflächen zu ersetzen, um der Bodenversiegelung entgegenzuwirken und damit grüne Oasen schaffen
- Den Widerspruch zwischen Frischluftschneisen und städtebaulicher Verdichtung auflösen
- Regelmäßige Quartierspaziergänge für Bürger:innen anbieten, um Probleme und Sorgen vor Ort direkt zu erfassen
- Die großen Sportvereine wie FCA, AEV und DAV mit ihrer großen Reichweite einbinden und sie auf ihre gesellschaftliche Verantwortung hinweisen
Heizen und Wohnen (Moderation Thomas John)
- Breitgefächerte Beratungsangebote zum Einsparen von Heizenergie für Mieter, Hausbesitzer, Wohnbaugesellschaften (der CO2-Ausstoß in Augsburg wird zu 40 – 50 % durchs Heizen verursacht)
- Schnellstmögliche Planungssicherheit durch Veröffentlichung des kommunalen Wärmeplans: Wo und Wann wird Was umgesetzt?
- Preisstabilität bei Fernwärme zusichern
- Nahwärme-Projekte seitens der Stadt bündeln und organisieren
- Überarbeitung kommunaler Bauvorschriften: veraltete Standards für Versiegelung, Dachformen oder Abstände (Hitzeinseln, Wasserabfluss bei Starkregen), starre Bebauungspläne (Verhinderung von Dach- und Fassadenbegrünungen), geringe Grünflächenanteile für Durchlüftung
- Klimaanpassungsmaßnahmen (PV, Fassadenbegrünung, …) versus Denkmalschutz: Priorität zusammen mit anderen Städten mit der Landesregierung klären – Baudenkmäler in allen Ehren, aber die Gesundheit von Menschen ist wichtiger
Anmerkung: Die Kompetenz der Stadt hat Grenzen. Daher ggf. Kooperation mit Umland suchen und mit anderen Kommunen zusammen etwa über den Deutschen Städtetag auf Lösungen durch Landes- und Bundesregierung hinarbeiten.
Save the date: 2. Ideenwerkstatt am 24. April 2026
Die 2. Ideenwerkstatt findet am 24.04.2026 statt. Das Thema: „Ideen für ein Grünes Augsburg – Augsburg hat gewählt – wie geht es weiter?“. Eine Einladung mit weiteren Details folgt in den Wochen davor.