Grüner Neujahrsempfang 2026: Politik mit Haltung 

Grüne Stadtratsfraktion Augsburg / Bayram Er

Es war der letzte Neujahrsempfang in dieser Stadtratsperiode, den die Grüne Stadtratsfraktion am 1. Februar im westhouse in Kriegshaber gefeiert hat. Rund 400 Gäste haben zusammen mit der Grünen Bundesfraktionsvorsitzenden Katharina Dröge, Claudia Roth, Fachsprecherin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung der Grünen Bundestagsfraktion, Bürgermeisterin und OB-Kandidatin Martina Wild, Peter Rauscher, Vorsitzender der Grünen Stadtratsfraktion und Hannah Judith, Vorsitzende des Grünen Stadtverbands, das Wahljahr begrüßt und auf sechs bewegte Jahre zurückgeblickt.

“Haltung” war das Motto der Veranstaltung, denn Haltung brauchen wir in diesen Tagen mehr denn je – um zu verhindern, dass unsere Errungenschaften durch antidemokratische Kräfte zerstört werden und um mutig und solidarisch die Krisen zu meistern, die uns herausfordern.

In seiner Rede betonte Peter Rauscher, worauf es jetzt ankommt: „Politik ist kein Sonntagsspaziergang, sondern eine Weitwanderung. Wer etwas verändern will, darf nicht nur auf die Karte schauen, sondern muss losgehen, auch wenn der Weg steil wird, das Wetter umschlägt oder das Ziel noch weit entfernt scheint. Genau diese Ausdauer haben wir in den letzten sechs Jahren für Augsburg bewiesen. Wir haben Klima- und Umweltschutz, soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Stärke nicht gegeneinander ausgespielt, sondern als Einheit begriffen – mit tausenden neuen Bäumen, kraftvollem Solarausbau, dem Umweltbildungszentrum am Botanischen Garten und konkreter Hilfe für Menschen mit wenig Einkommen. Nachhaltigkeit ist keine Kür, sondern das Fundament für Wohlstand und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wir sind losgegangen, wir haben ordentlich Strecke gemacht – und wir gehen entschlossen weiter. Denn Augsburgs Zukunft entsteht nicht durch Abwarten, sondern durch Mut.” 

Auch Martina Wild hat klare Worte gefunden: “Wir leben in Zeiten, in denen Demokratie, Zusammenhalt und Verlässlichkeit unter Druck stehen. Gerade deshalb braucht Augsburg eine Politik mit Haltung – keine Lautsprecher, keinen Populismus, sondern einen klaren Plan und den Mut, Verantwortung zu übernehmen. In den letzten sechs Jahren haben wir gezeigt, dass das geht: skandalfrei, professionell und lösungsorientiert – in der Krise genauso wie im Alltag. Ich stehe für Klimaschutz als Maßstab allen Handelns, für Bildungsgerechtigkeit, bezahlbares Wohnen, nachhaltige Mobilität und eine Stadt, in der Vielfalt Stärke ist. Augsburg besteht aus 300.000 Chancen – und diese Chancen nutzen wir nur, wenn wir verbinden statt spalten und handeln statt nur laut zu reden. Stillstand ist keine Option. Augsburg hat eine Zukunft verdient! Dafür trete ich an.”

Der Redebeitrag von Katharina Dröge war ein flammendes Plädoyer für Grüne Power – in Augsburg, im Bund und in Europa. Sie hat die Gemeinsamkeiten zwischen Augsburg und ihrer Heimatstadt Köln hervorgehoben: das Römererbe und die Zuwanderungsgeschichte und Vielfalt, die im Karneval groß gefeiert wird – mit einer Hymne, die alle Zugewanderten umarmt. Dröge betont: “Wir brauchen Orte, wo wir gemeinsam zusammenstehen, Orte, die uns verbinden – keinen Bundeskanzler, der Migration als Problem im Stadtbild verortet, auf ‘faule Arbeitslose’ herabblickt und ‘Lifestyle-Teilzeit’ abschaffen will. Ich wünsche mir einen Kanzler, der den Mut hat, positiver auf unser Land zu blicken. Der Auftrag von Politik ist nicht, herablassend über Menschen zu sprechen, sondern sich um sie zu kümmern! Und mit Blick auf die außenpolitische Lage ist es wichtig, jetzt in Europa zu handeln. Der Einfluss großer Tech-Konzernen, fehlende Souveränität in Sicherheitsfragen und eine drohende Abhängigkeit der deutschen Energieversorgung von den USA – das sind die Herausforderungen, denen wir uns stellen müssen. Wir müssten weiter in erneuerbare Energien, in ‘Friedensenergien’, investieren, denn wir sind das Land, das die Energiewende erfunden hat! Wir brauchen eine Haltung der Zuversicht und Vertrauen in die eigene Stärke! Wir haben in Deutschland Erfolgsgeschichten geschrieben. Das ist die hoffnungsvolle Botschaft für dieses Jahr. Probleme sind dafür da, gelöst zu werden!”

Auf die Reden folgte ein von Hannah Judith souverän moderiertes Podiumsgespräch mit Katharina Dröge, Claudia Roth, Martina Wild und Peter Rauscher mit Fokus auf die Themen ÖPNV, Wohnen als soziale und ökologische Frage sowie Klimaschutz und Klimawandelanpassung. Es war eine spannende Diskussion über Möglichkeiten und Grenzen kommunaler Politik, über Fakten, Erfahrungsräume und Erfordernisse und über die Ziele, die sich die Grüne Stadtratsfraktion für die nächste Stadtratsperiode vorgenommen hat.

Musikalisch wurde der Empfang von der Augsburger Band “schwäbischwild” begleitet, die 2024 den Volksmusik-Förderpreis des Bezirks Schwaben gewonnen haben und mit ihrer Musik eine klangvolle Brücke zwischen Tradition und Moderne schlagen.